Dez 14, 2019
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Wie man linken Antisemitismus zum Verschwinden bringt

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Der israelische Soziologe Moshe Zuckermann

Der israelische Soziologe Moshe Zuckermann behauptet, dass linker Antisemitismus nicht existiert und muss zum Beleg seiner These auf Verkürzungen und Unterstellungen zurückgreifen.

Tom Uhlig, Belltower

Ganze Karrieren bauen mittlerweile darauf auf, die Botschaft zu verkünden, „Israelkritik“ sei kein Antisemitismus. So auch die des israelischen Soziologen Moshe Zuckermann, der im Feuilleton oder auf Veranstaltungen immer wieder Strohmänner aufbaut, die er dann unter dem Jubel seiner Fans einreißen kann. So behauptet Zuckermann im November in einem Interview mit dem Neuen Deutschland, man habe in Deutschland „einen verqueren Antisemitismusbegriff, demzufolge Antizionismus und Israelkritik mit Antisemitismus gleichzusetzen seien.“

Zuckermann verschweigt, wer eigentlich genau diesen Begriff haben soll: Die überwältigende Mehrzahl der Kritiker*innen des israelbezogenen Antisemitismus ist sich durchaus bewusst, dass es sehr unterschiedliche Strömungen des Antizionismus gibt, die keineswegs identisch mit Antisemitismus sein müssen, Antisemitismus darin nach einem Wort Jean Amérys jedoch zumeist enthalten ist, wie das „Gewitter in der Wolke“. Die Wortwahl „Israelkritik“ gibt ferner Aufschluss, worum es hier eigentlich geht, nämlich Kritik des Staates in Gänze und nicht etwa Kritik an einzelnen politischen Entscheidungen. Was Zuckermann vermutlich damit ausdrücken will, ist die alte Rede von einem vermeintlichen Tabu, die Politiken Israels kritisieren zu dürfen, wobei nicht zuletzt die deutsche Bundesregierung beweist, dass das vehemente bisweilen besessene Maßregeln israelischer Politik in Deutschland weitgehend zum „guten Ton“ gehört. (…)

Beispielsweise hat die Sprachwissenschaftlerin Monika Schwarz-Friesel 2012 ganze 400 Schlagzeilen zum Nahostkonflikt analysiert und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass in dreiviertel [davon] Israel als Aggressor dargestellt wird. Oft ist dafür eine eklatante Umdrehung der Wirklichkeit notwendig, etwa wenn der Spiegel titelt: „Israel erwidert trotz Waffenruhe Beschuss aus Gaza“. Es ist also schwer haltbar, dass sich die bürgerlichen deutschen Medien sonderlich von der Öffentlichkeitsarbeit der israelischen Regierung beeindrucken lassen. Diese Rede kommt dem Ressentiment zupass, Israel könne Deutschland den Ton vorgeben, wogegen sämtliche empirische Untersuchungen sprechen.

Der Hass auf Israel ist eine weitegehend akzeptierte Ausdrucksform des Antisemitismus: Entwarnungen wie Zuckermann sie proklamiert, dessen jüdische Identität offenbar vor dem Vorwurf bewahren soll, Antisemitismus zu kolportieren, verharmlosen das Problem. Mag sich die Wut vorgeblich gegen den jüdischen Staat richten, ist es bis zum Umschlag gegen Jüdinnen und Juden nie weit

Wenn Antisemitismus plötzlich kein Antisemitismus mehr sein soll

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Artikel · Außenpolitik · Mena Watch

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