Mrz 9, 2019
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Widerworte. Warum mit Phrasen Schluss sein muss

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Phrasen überdauern ihre Urheber. Sie führen ein Eigenleben, das den Moment der Entstehung hinter sich lässt. Ehe ein eingängiger Spruch zur Phrase wird, muss er durch viele Münder hindurch. Das einmal und nie wieder Gesagte, der Satz, der aufgeht in den Bedingungen seines Anlasses, die Pointe, die nur einer macht: All das taugt noch nicht zur Phrase. Die Phrase beginnt, wo das Denken endet. Sie erweckt den Eindruck, sie sei bereits das Ergebnis eines langen Nachsinnens und also müsse an der Stelle, an der sie aufgerufen wird, nicht mehr gedacht, sondern nur noch verkündet werden. Sie will Einverständnis, nicht Eigensinn. Akklamation, nicht Reflexion. So kommt in Phrasen auch das Reden an sein wortreiches Ende. Phrasen sind die Schwarzen Löcher unserer Kommunikation.

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