Apr 5, 2019
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Was für Jeremy Corbyn als „legitime Israelkritik“ gilt

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„Jeremy Corbyn machte die ‚zionistische Lobby‘ für die Abschiebung des berüchtigten Klerikers [Raed Salah], der für seine gegen Juden gerichteten Ritualmordbeschuldigen bekannt ist, aus Großbritannien verantwortlich. In einem Artikel von 2011 für den linksextremen Morning Star, griff der zukünftige Chef der Labour Party mehrere Zeitungen, darunter den Jewish Chronicle, an und beschuldigte sie, ‚Hysterie‘ bezüglich Salah zu verbreiten. Er schrieb, dass es an der ‚Zeit ist, dass sich die westlichen Regierungen gegen die zionistische Lobby stellen, die Kritik an Israel mit Antisemitismus gleichsetzt‘. Corbyn führte aus, dass Salah Großbritannien ‚trotz der Bemühungen‘ von Zeitungen wie dem Evening Standard, dem Telegraph ‚und dem Jewish Chronicle‘ betreten konnte. In dem Artikel, den der investigative Journalist Iggy Ostanin am Dienstag entdeckte, hatte Corbyn die Verhaftung von Salah, während dessen Aufenthalt in Großbritannien, als ‚bizarr‘ bezeichnet und geschrieben, dass es ‚den Anschein erweckt, dass die rechte Presse mehr Macht als Verstand besitze.‘

Zu dem Zeitpunkt, als Corbyn seinen Artikel verfasste, waren die Salahs Aussagen bereits gut dokumentiert. Im Jahr 2007 führte er während einer Rede bei einer Protestaktion in Ostjerusalem aus: ‚Wir haben uns nie erlaubt, Kinderblut für die Zubereitung des Brotes zu verwenden, mit dem das Fasten im heiligen Monat Ramadan gebrochen wird.‘ ‚Wer auch immer eine gründlichere Erklärung sucht, der soll fragen, was mit den Kindern in Europa passiert ist, deren Blut in den Teig des [jüdischen] heiligen Brotes geknetet wurde.‘ Salah wurde in Israel wegen Anstiftung zu Gewalt und Rassismus angeklagt und zunächst freigesprochen, im Berufungsverfahren jedoch verurteilt.

Die Ritualmordbeschuldigung, die Juden bezichtigt, das Blut christlicher Kinder für die Herstellung von Matze für Pessach zu verwenden, ist ein jahrhundertealter Bestandteil des Antisemitismus. In Corbyns Artikel wurde nicht weiter auf die Salahs Ausführungen eingegangen. Stattdessen schrieb Corbyn, dass ‚das Traurige an der Geschichte ist, dass [Salah] eine Stimme des palästinensischen Volkes ist, die gehört werden muss.‘ (…) Im April 2012 setzte sich Corbyn immer noch für Salah ein und sprach seine mittlerweile berühmt-berüchtigte Einladung zu einem ‚Tee auf der Terrasse des Unterhauses‘ aus, weil Salah sich das verdient habe.“ (Daniel Sugarman: „Jeremy Corbyn blamed ‚Zionist lobby‘ for blood libel cleric Raed Salah’s expulsion from the UK“)

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Artikel · Außenpolitik · Mena Watch

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