Dez 28, 2018
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Waren Hisbollah-Führer das Ziel der israelischen Angriffe in Damaskus?

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„Hochrangige Mitglieder und Führer der Hisbollah reisten während der Luftangriffe nach Damaskus, die am Dienstagabend das Gebiet westlich der syrischen Hauptstadt erschütterten. Berichten zufolge wurden sie während der Luftschläge getroffen, was Fragen danach aufwirft, um wen es sich gehandelt hat und warum sie ins Ziel genommen wurden.

Newsweek berichtete am Mittwoch, dass Hisbollah-Anführer bei den Luftangriffen gezielt angegriffen wurden. Laut mehreren Quellen (…) reiste die Hisbollah-Delegation nach Damaskus, um einen Flug nach Teheran zu besteigen. Sie sollen sich auf den Weg zum Begräbnis von Ayatollah Mahmoud Hashemi Shahroudi befunden haben, einem wichtigen iranischen Kleriker, der Leiter Schlichtungsrates war. (…) Hisbollah-Führer und Spitzen des iranischen Regimes nehmen regelmäßig gegenseitig an Beerdigungen und Totenfeiern teil. (…)

Die Behauptung, dass die Hisbollah-Leute ins Visier genommen wurden und dass sie auf dem Weg zur Beerdigung von Shahroudi waren, wurde bislang nicht bestätigt. Newsweek berichtete, dass eine Quelle des Verteidigungsministeriums ihnen mitgeteilt hatte, der Angriff hätte ‚wenige Minuten stattgefunden, nachdem die Anführer ein Flugzeug bestiegen hätten, um in den Iran zu fliegen‘. Andere Angriffe zielten auf Munitionslager, die Präzisionsmunition gelagert hatten. Dass die Mitglieder der Hisbollah bereits ein Flugzeug bestiegen hätten, konnte bislang nicht mit Videoaufnahmen belegt werden, auf denen zu sehen wäre, dass ein Flugzeug getroffen worden sei. Ein Luftschlag gegen ein Flugzeug am internationalen Flughafen von Damaskus würde eine ernsthafte Eskalation darstellen. (…)

Medien der Hisbollah und des syrischen Regimes haben zu der Angelegenheit geschwiegen. Auch iranische Regime-Medien blieben stumm, sie erörterten nur den ‚erfolgreichen‘ Einsatz der syrischen Luftabwehr gegen den Angriff und setzten fort, dass nur ein Lagerhaus getroffen und mehrere Soldaten verletzt worden sein. Möglicherweise werden das syrische Regime oder Medien der Hisbollah in den kommenden (…) Tagen Einblick in das geben, was sich zugetragen hat. Sollten wirklich hochrangige Mitglieder der Gruppe getötet worden sein, werden sie aufwendige Begräbnisse für die ‚Märtyrer‘ abhalten wollen.

Die Hisbollah ist bekannt dafür, in solchen Dingen recht offenherzig zu agieren. (…) Der Ball ist nun in der Spielhälfte der Hisbollah. Wir werden sehen, ob die Organisation auf die Gerüchte über ihre am 25. Dezember angeblich getöteten Mitgliedern antworten wird.“ (Seth J. Frantzman: „Were Hezbollah members targeted near Damascus?“)

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Artikel · Außenpolitik · Mena Watch

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