Aug 21, 2019
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Tunesien: Schwuler Präsidentschaftskandidat von Extremisten bedroht

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Quelle: Facebook

„Ein langjähriger Menschenrechtsanwalt, der als erster schwuler Kandidat des Landes für die Präsidentschaft Tunesiens kandidiert, sagt, er werde von radikalen islamistischen Gruppierungen bedroht. Mounir Baatour, der Gründer der Liberalen Partei Tunesiens, kündigte erst kürzlich seine Kandidatur für das Präsidentenamt an und schwor, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung in das muslimisch dominierte Land in Nordafrika zu bringen. ‚Ich habe nach meiner Ankündigung eine Reihe von Drohungen erhalten, insbesondere über die sozialen Medien‘, sagte Baatour gegenüber VOA in einem Interview. ‚Viele dieser Bedrohungen stammen von extremistischen Personen. Aber keine politische Partei hat auf meine Ankündigung negativ reagiert.’

Der 48 Jahre alte Baatour sagte, dass seine Kampagne sich auf die Arbeitsplätze, die Gleichberechtigung von Frauen und das Strafgesetzbuch des Landes konzentrieren würde. Das Gesetz 230 der tunesischen Strafjustiz definiert Homosexualität als Straftat. Personen, die wegen Homosexualität angeklagt werden, müssen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren rechnen. Baatour gründete die tunesische liberale Partei im Jahr 2011 mit dem Ziel, die Menschenrechte zu fördern und ein Verfassungsgericht zu schaffen, das die Verfassung des Landes und seine demokratischen Grundsätze schützt. Die Präsidentschaftswahlen in Tunesien finden im November – nach den Parlamentswahlen im Oktober – statt.

Beide Wahlen werden voraussichtlich auf einen harten Wettbewerb zwischen mehreren islamischen und säkularen Gruppen hinauslaufen, darunter zwei der mächtigsten politischen Parteien des Landes – die Islamische Ennahda-Partei und die säkulare Nidaa-Tounes-Partei. ‚Ich kämpfe seit Jahren für Menschenrechte, hauptsächlich für LGBT-Rechte, jedoch ohne greifbare Fortschritte‘, sagte Baatour. ‚Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, für die Präsidentschaft zu kandidieren und mich für eine positive Veränderung Freiheits- wie der Minderheitenrechte einzusetzen.‘“ (Nisan Ahmado: „Tunisia‘s First Gay Presidential Candidate Faces Threats From Extremists“)

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Artikel · Außenpolitik · Mena Watch

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