Jan 13, 2019
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Türkei erkennt Territoriumserweiterung der Islamisten in Nordsyrien an

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„Ahrar al-Sham, einst die größte Aufständischenfraktion in Syrien, löst sich in seinem zentralen Gebiet auf, da der Jihadistenblock Hay’at Tahrir al-Sham (HTS) im Nordwesten des Landes vorrückt. Ihr Sprecher, Labib al-Nahhas, kündigte die Auflösung von Ahrar al-Sham an, das 2015 schätzungsweise 25.000 Kämpfer aufwies und damit den Höhepunkt der Kontrolle der Opposition über das Territorium im Nordwesten Syriens darstellte. Offiziell fand die Auflösung im Nordwesten der Provinz Hama statt, dem Kerngebeit, in dem die Fraktion seit 2017 operierte. Seit Dienstagmorgen ist HTS – zu der die Gruppe Jabhat Fatah al-Sham gehört, bekannt als Jabhat al-Nusra und bis Juli 2016 mit Al Qa’eda verbunden – in weitere zehn Städte und Dörfer im Südwesten von Idlib und in Provinzen im Nordwesten von Hama gezogen.

Der Niedergang von Ahrar begann im Jahr 2017, als sie sich vor einer HTS-Offensive zurückzog, im Zuge derer die Gruppe und ihre ‚Syrische Rettungsregierung‘ die Kontrolle von mehr als der Hälfte der Provinz Idlib übernahm. Der Kampf wurde vor mehr als einer Woche wieder aufgenommen, als HTS behauptete, eine andere Fraktion habe fünf ihrer Mitglieder aus dem Hinterhalt überfallen und getötet. Die Jihadisten besiegten die islamistische Fraktion Nour ed-Din al-Zinki und rissen das Gebiet in der westlichen Provinz Aleppo an sich.

Am Dienstag bedankte sich Ahrar al-Shams Kommandant Jaber Ali Basha bei den Kämpfern dafür, ‚ihre Arbeit im Nordwesten von Hama erledigt zu haben‘, dass ‚Krieg jedoch Gewinn und Verlust‘ sei, und sie vor der HTS kapitulieren müssten. Die Türkei, deren Streitkräfte im Nordwesten neben der Nationalen Befreiungsfront der Rebellen stationiert sind, lehnte ein Eingreifen ab. Fast alle der 12 Beobachtungsposten der Türkei befinden sich jetzt auf HTS-kontrollierten Gebiet, da die Jihadisten auch in der nordwestlichen Provinz Hama vorstießen, einschließlich des nahezu gesamten Wüstengebiets von Sahl al-Ghab. HTS richtete Straßensperren und Kontrollpunkte auf den Hauptstrecken ein, die die verbleibenden Rebellenpositionen im Nordwesten Syriens zu verbinden.

Update: Berichten zufolge gibt es eine Vereinbarung zwischen dem Jihadistenblock Hay’at Tahrir al-Sham und der von der Türkei unterstützten Nationalen Befreiungsfront, der die Erweiterung des HTS-Territoriums im Nordwesten Syriens als Gegenleistung für die Beseitigung der Straßensperren und Schmutzbarrieren in der Provinz Idlib, anerkennt.“ (Sott Lucas: „Syria Daily: Rebel Faction Ahrar al-Sham Disbanding as Jihadist HTS Advances in Northwest“)

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Artikel · Außenpolitik · Mena Watch

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