Mrz 27, 2019
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Publico Fundstück: Wer kennt diesen Mann?

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Wie auf Publico zu lesen, gilt der kanadische Bestsellerautor Jordan B. Peterson mittlerweile als ideeller Mittäter des Moschee-Massakerschützen von Christchurch. Dazu kommt noch ein zweiter Mann im Sympathisantensumpf, nämlich ein Österreicher. Genaugenommen zwei. Zu denen später.

Nicht, dass Peterson irgendeine Verbindung zu dem Attentäter Brenton Tarrant gehabt hätte. Aber der Autor („12 Rules for Life“) ließ sich knapp einen Monat vor der Tat bei einer Lesung mit einem Mann fotografieren, der ebenfalls keine Verbindung zu Tarrant hatte, dafür aber ein T-Shirt trug, auf dem er sich als „Proud Islamaphobe“ bezeichnete, und sich laut Shirt-Aufdruck gegen Homophobie, Genitalverstümmelung, Terroranschläge und anderes aussprach. Da eine Buchhandelskette in Neuseeland Petersons Bücher daraufhin wegräumte, galt der Autor unter anderem bei Spiegel Online („Buchläden in Neuseeland verbannen Jordan Peterson aus dem Regal“) erfolgreich in Mithaftung genommen. Vor Kurzem hatten übrigens schon linke Druckgruppen verhindert, dass Peterson eine Gastprofessur in Cambrigde antreten konnte, wobei dort die Anklagepunkte laut „Guardian“ noch etwas anders lautete: „He has railed against Marxism“. Und außerdem gegen Gendersprache und Gesinnungspolizisten an angelsächsischen Universitäten.

Als zweiter Prominenter unter den Mittätern des Christchurch-Schützen ist jetzt der österreichische Identitäre Martin Sellner Ziel von Ermittlungen. Von Sellner zu dem Attentäter besteht zwar keine Verbindung – aber umgekehrt: Tarrant hatte Sellner vor einiger Zeit Geld auf ein Spendenkonto überwiesen. Der österreichische Staatsschutz ermittelt deshalb gegen Sellner wegen möglicher „Unterstützung einer terroristischen Vereinigung“, und durchsuchte seine Wohnung. Bisher gibt es außer Tarrant keine weiteren Täter und deshalb auch keine bekannte Vereinigung. Es ist auch nicht ganz klar, was Sellner an der Geldüberweisung eines vor dem 15. März 2019 noch unbekannten Mannes hätte auffallen sollen.

Im vergangenen Jahren urteilte ein Gericht in Graz, die Identitären seien keine kriminelle Vereinigung, sondern übten eine „im Kernbereich legale Tätigkeit“ aus.

Das Attentat von Christchurch hatten die Identitären in Österreich schon vorher verurteilt. Beziehungsweise, wie Spiegel Online schrieb: „Zuvor noch hatten die ‚Identitären’ versucht, sich vom Attentäter von Christchurch zu distanzieren.“ (Sellner spendete übrigens den Betrag für karitative Zwecke, als er erfuhr, von wem die Überweisung stammte.)

Da offenbar schon eine Mitschuld abgeleitet werden kann, wenn jemand für eine Minute neben jemand anderem mit einem Motto-T-Shirt stand oder von jemandem Geld überwiesen bekam, der später ein Verbrechen verübte, weist Publico daraufhin, dass Sellner vor einiger Zeit in Wien wiederum mit einem älteren Mann* gesehen wurde.

Wer kennt den Raucher und Bartträger? Hinweise nehmen alle Qualitätsredaktionen entgegen, außerdem der Staatsschutz und gewöhnliche Polizeidienststellen.

Der Beitrag Publico Fundstück: Wer kennt diesen Mann? erschien zuerst auf Publico.

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Klare Kante · Publico

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