Jan 28, 2019
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Patzelt: Posse oder Tendenzstück

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Wenn Panik die Schlagzeilen diktiert, gerät das Eigentliche schnell aus dem Blick. Seitdem der Dresdner Politikwissenschaftsprofessor Werner J. Patzelt in die Kommission, die das Wahlprogramm der sächsischen CDU für die Landtagswahl im Herbst 2019 erarbeiten soll, berufen wurde, überschlagen sich die Medien mit Berichten, die zumeist am Thema vorbeidelirieren. Der Tagesspiegel wurde Opfer der eigenen Verschwörungstheorien, wenn er orakelte: „In Sachsen wird die Tür für ein Bündnis von CDU und AfD geöffnet.“ Die ZEIT behauptete sogar in einer peinlich-bemühten Schlussfolgerung mit logischen Brüchen: „Patzelt beriet die AfD also in der Frage, wie die CDU zu schlagen sei.“ Das ist natürlich horrender Unsinn. Dass ein Politikwissenschaftler politisch berät, gehört zum Beruf, und wenn er dabei Demokratieunterricht erteilt, so stärkt er unser Gemeinwesen. Die Vorstellung, einige Parteien hätten das Recht auf Beratung, andere nicht, ist nicht demokratisch, sondern totalitär. Welt online erfand im Überbietungswettbewerb sogar einen neuen Strafrechtstatbestand: „CDU-Professor unter AfD-Verdacht“.

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Klare Kante · rolandtichy.de · Tichys Einblick

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