Aug 29, 2019
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„National“ und „sozialistisch“: Die unheimliche deutsche Sehnsucht

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Auch wenn die AfD am Sonntag weder in Brandenburg noch in Sachsen zur stärksten Partei gewählt wird: Die Erschütterung über das starke Abschneiden der neuen Ostpartei wird den Wahlabend und die Rezeption in den kommenden Monaten beherrschen. „Der Osten driftet immer weiter nach rechts“, wird zum beherrschenden Narrativ. Weil die AfD trotz ihrer Stärke beim Wähler nicht in Regierungsverantwortung kommen darf, wird eine informelle Allparteien-Koalition aus CDU, Linkspartei, Grünen, SPD und FDP (sofern die beiden Letztgenannten überhaupt die 5%-Hürde überwinden) genau das zu verhindern wissen. Vor allem die Grünen, die nach der AfD am Sonntag am deutlichsten gewinnen, dürften mit moralischer Inbrunst („Wir überlassen Brandenburg und Sachsen doch nicht den Rechten!“) in Dresden mit der Union und in Potsdam mit der SPD regieren – nicht allein jeweils, sondern in einer Dreier- oder gar Vierer-Koalition. Obwohl der AfD mit der „Nazi-Keule“ nicht beizukommen ist, weil sich unter den inflationär gebrauchten Schmähbegriff Hunderttausende ihrer Wähler gerade nicht subsumieren lassen, wird der abgedroschene Reflex in der gesellschaftspolitischen Debatte weiter fleißig genutzt. Und viele erst recht zur trotzigen „Man wird ja wohl noch sagen dürfen. Dann bin ich halt ein Nazi!“-Replik verleiten.

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