Mrz 15, 2019
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Kauft nicht bei „Nazis“

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(www.conservo.wordpress.com)

von altmod *)

„Proskription“ und „Handreichungen“

„Kauft nicht bei!“ Ist im Deutschen ein bekannter Imperativ – damals und heute wieder – gegen Juden gerichtet. Siehe hier.

Wozu die (National-)Sozialistische bzw. die sozialistische Ausgrenzung generell geführt hat, wissen wir: 6 Millionen ermordete Juden und eine Riesenzahl von mehreren ´zig Millionen toter, ausgemerzter Klassenfeinde.
Ich erwähne die Juden, auch wenn ich mich damit der Gefahr aussetze, vielleicht der „Relativierung des Holocaust“ geziehen werden zu können.
Wenn, dann gewiss von den (humanitären) Wiederentdeckern der altrömischen „Proskription“ – natürlich in neuzeitlicher Form.

Proskription

Nicht mal mehr klammheimlich wird wieder eine totalitäre Separation von Menschen  vorbereitet und in in einem bestimmten Ausmaß schon betrieben. Gegenstand sind jetzt die Rechten, oder wer nach Einschätzung der vereinten Linken oder der „Antifa“ als „Nazi“ auf die neuen Proskriptionslisten gesetzt werden muss.

Im alten Rom konnte nach altüberkommenem römischen Recht ein „Proskribierter“ von jedem getötet werden konnte, die Hinterlassenschaft fiel dem Staat zu. Von Sulla und Marc Anton sind die mörderischsten politischen „Proskriptionen“ überliefert worden. Die Namen der geächteten Personen wurden öffentlich ausgehängt, und es gab auch eine Belohnung für denjenigen, der einen Proskribierten tötete.

Die Tradition lebte in der Französischen Revolution – der Mutter aller sozialistischen Revolutionen und „Bewegungen“ – wieder auf.
Im 20. Jahrhundert bekam mit den Todeslisten zur industriell betriebenen Ausrottung der Juden und von Regimegegnern dies eine neue Qualität.

Es ist mehr als nur ein Gefühl, dass hierzulande wieder eine neuzeitliche Proskription vorbereitet wird. Und erste Opfer in dieser Auslegung sind ja schon bekanntgeworden, siehe u.a. den Fall Magnitz.

Kirche gegen „menschenfeindliches Verhalten“

Bist Du Mitglied einer rechten Organisation (Identitäre, AfD, Reichsbürgerbewegung, gar NPD)? Bist Du anfällig für „rechtes Gedankengut“ oder verbreitest du gar solches? Dann kannst Du wegen „menschenfeindlichen Verhaltens“ nicht mehr für die Gemeindeleitung in der evangelischen Kirche kandidieren oder gewählt werden. Schon „Äußerungen von Mitgliedern sind dann ein deutlicher Hinweis auf die Verfolgung menschenfeindlicher Ziele, ...“ heißt es in den „Handreichungen“ der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO).

Spuren deine Kinder in der Kita besonders gut, sind sie außergewöhnlich sportlich und besonders folgsam, tragen deine Töchter vielleicht verdächtige Kleider oder Haartracht (Zöpfe), dann ist die Kita-Leitung laut der von der SPD-Bundesministerin Giffey geförderten „Handreichung zum Umgang mit Rechtspopulismus und Menschenfeindlichkeit in Kitas“ aufgefordert, den „geistig moralischen Hintergrund“ im Elternhaus auszuleuchten und Maßnahmen zu ergreifen.

Nazis als Dienstleister getarnt

Der (bisher) unbescholtene Bürger muss auch höllisch aufpassen, wenn er z.B. einen Dienstleistungsauftrag für Haus oder Garten zu vergeben hat oder zum Mittagessen in ein Restaurant geht, dass er nicht einem (getarnten) Rechtsextremen auf den Leim geht.
Das ist nämlich die neue Masche der Rechten: „Sie gründen „unpolitische“ Firmen oder machen sich selbständig. Vor allem als Handwerker, im Gartenbau und als Restaurationsbetreiber; aber auch in der Pflege & mit Werbeagenturen.
Das hat ein Zeit-Journalist namens Christian Fuchs herausgefunden und auch über Twitter verbreitet. Muss noch erwähnt werden, dass dieser „Journalist“ sich bereits mit einem Buch um die Aufdeckung dunkler rechter Netzwerke verdient machte.

Interaktive Landkarten als digitale Proskriptionslisten

Wer sich anhand einer Liste informieren will, wo und auf welche „rechten Menschenfeinde“ er stoßen könnte, kann dies hier tun. In Form einer „interaktiven Landkarte“ findet man Namen gefährlicher Rechter aufgezeichnet: eine digitale Proskriptionsliste von Abgeordneten der AfD, NPD Reps usw. – herausgegeben vom „antifaschistischen Pressearchiv und bildungszentrum berlin e.v.“
Die Vorlage dazu lieferte die staatliche Bundeszentrale für politische Bildung mit einer „Karte der rechtspopulistischen und rechtsextremen Parteien in Europa“.
Zeit und Spiegel gaben in eigener Verantwortung ebenfalls solches „Kartenmaterial“ heraus. Fehlt nur die evangelische Kirche Deutschlands als weiterer Herausgeber.

„Handreichungen“ zwecks Ausgrenzung

Haben sie hingeschaut? Da wird im Namen der evangelischen Kirche (siehe auch hier) oder im Namen der Bundesregierung von „Handreichung“ gesprochen.
Wem wird denn die Hand gereicht?

Von der christlichen Kirche erwartet man doch versöhnliche Gesten und nicht Ausgrenzung und Ausstoßung.

So wird ein eigentlich harmloses Wort im Nebensinn zu einem (totalitären) Euphemismus a la Orwell.

Kommt da in der evangelischen Kirche Deutschlands wieder deren Tradition aus der Zeit des Dritten Reiches hoch, als sich die Kirche der „Deutschen Christen“ mit an die Spitze der Ausgrenzer und der Ausmerzer gesetzt hatte? Oder meint man, verhindern zu müssen, dass das protestantische Pfarrhaus (wieder) unter rechte Kuratel fallen könnte? Aber in diesen Hausständen sitzen ja schon die Freiheitsfeinde, Mundverbieter und Ausgrenzer, aus angeblich christlicher oder humanistischer Positur.

Eine Hotelkette, ein „Szenelokal“, ein Fußballverein können im freiesten Deutschland aller Zeiten inzwischen wieder ungeniert Ausgrenzung betreiben, die neue christliche Ethik – evangelisch wie auch katholisch – exkulpiert, ja unterstützt die Ächtung (Proskription) der AfD und aller, die sich gewollt oder ungewollt einer Nähe zu dieser Partei verdächtig machen.

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*) „altmod“ ist Facharzt und Blogger (altmod.de) sowie Kolumnist bei conservo
www.conservo.wordpress.com  15.03.2019

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Allgemein · Conservo · Innenpolitik · Klare Kante

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