Mai 28, 2019
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Jemen: Systematischer Missbrauch von Hilfsgütern druch Huthi-Milizen

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„Die internationale Gemeinschaft versucht derzeit, (…) mehr als 16 Millionen hungrigen Menschen im Jemen zu helfen, indem sie Lebensmittel sendet. Laut UN- und CNN-Berichten vor Ort, wird jedoch ein Teil dieser Lebensmittel von den iranisch unterstützten Huthi-Rebellen gestohlen und zwar in einem weitaus größeren Ausmaß als zuvor berichtet wurde. Letztes Jahr stellten die Vereinten Nationen fest, dass 1% der Hilfe fehlte und räumten ein, dass der Missbrauch weiter verbreitet sein könnte, als bisher angenommen.

Inzwischen hat eine verdeckte Untersuchung von CNN Dutzende Gebiete in dem vom Krieg heimgesuchten Land entdeckt, in denen – auf dem Papier – zwar Hilfe geleistet wurde, vielen Familien in Wirklichkeit jedoch nicht geholfen wurde. Die UNO vermutet, dass die Vorräte nicht an die ausgehungerten Kinder gelangen, sondern an die Kämpfer oder Unetrstützer der vom Iran unterstützten Truppen umgeleitet werden, die einen Großteil des Landes kontrollieren. Dies bestreiten die Huthis und ihre Beamten bisher jedoch. Ein Koordinator der Huthi-Hilfe nannte die Anschuldigungen ‚verrückt‘. (…) Im vergangenen Jahr beklagte das Welternährungsprogramm öffentlich, dass im August und im September in der Hauptstadt Sanaa, die von den Huthis kontrolliert wird, etwa 1.200 Tonnen Lebensmittel – diplomatisch gesprochen – ‚umgeleitet‘, sprich: gestohlen wurden. (…) [E]twa 60% der Begünstigten in insgesamt sieben Bezirken der Hauptstadt erhielten keine Hilfe, so das WFP. (…) [D]as WFP stellte fest, dass unbefugte Personen mit Lebensmitteln versorgt und andere Waren auf den Märkten der Stadt verkauft wurden. (…)

Eine Untersuchung von CNN ergab, dass das Thematik jedoch weitaus mehr Menschen betrifft, als diejenigen, die in der Hauptstadt leben. Ungefähr 33 Gebiete im Jemen wiesen laut internen Hilfsdokumenten, die von CNN geprüft wurden, eine immense Differenz zwischen der Menge der offiziell gelieferten Hilfe und den direkten Auswirkungen vor Ort auf. Zwanzig dieser Gebiete (…) befanden sich in den von den Huthis kontrollierten Gebieten, in denen 70% der Jemeniten leben. (…) Mehrere Diplomaten und Quellen innerhalb der humanitären Organisationen gaben an, dass einige Hilfsgüter an Kampfeinheiten weitergeleitet oder auf dem freien Markt verkauft wurden. Die meisten wurden  jedoch dazu verwendet, politische Unterstützung für die Sache der Huthis zu erkaufen.“ (Sam Kiley / Sarah El Sirgany / Brice Lainé: „CNN exposes systematic abuse of aid in Yemen“)

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Artikel · Außenpolitik · Mena Watch

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