Okt 22, 2019
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Islamophobie-Report bedient sich der Methode Erdogan

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Der Politologe Farid Hafez, erklärt jede Kritik am politischen Islam zur Islamophobie. Bezahlt wird diese Diffamierung wissenschaftlicher und politischer Auseinandersetzung von der Europäischen Union.

Farid Hafez bei der Verleihung des Bruno-Kreisky-Preise für das politische Buch (Quelle: Trollma, CC BY 3.0)

„Auch das Volksblatt ist ‚islamophob‘. Weil ein Kollege in einem Kommentar ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen befürwortet hatte, steht sein Name nun im ‚European Islamophobia Report‘. Er befindet sich damit in guter und schlechter Gesellschaft. Denn der kürzlich präsentierte Report wirft auf 848 Seiten fundierte Kritiker fundamentalistischer Islam-Strömungen in einen Topf mit ‚Moslems Raus‘-Parolen schmierenden Extremisten. (…)

Der vom Politologen Farid Hafez (Uni Salzburg) gemeinsam mit Enes Bayrakli vom türkischen SETA-Institut herausgegebene Report entdeckt Islamophobie selbst dort, wo sie niemand vermutet: bei Muslimen! So ist die einen säkularen Islam predigende Berliner Imamin Seyran Ates als eine der ‚zentralen Figuren im islamophoben Netzwerk‘ gelistet. Ebenso der wegen seines Plädoyers für einen aufgeklärten Islam von Fundis angefeindete Theologe Mouhanad Khorchide. Das ist so, als bezichtigte man Juden, die ultraorthodoxe Glaubensbrüder kritisieren, des Antisemitismus. Hafez steht zu seinen Urteilen: ‚Ates verbreitet abstruse islamophobe Verschwörungstheorien‘, sagt der 2010 von der SPÖ mit dem Bruno-Kreisky-Preis ausgezeichnete ‚Islamophobieforscher‘ zum Volksblatt. (…)

Auffallend: Der wissenschaftlich sein wollende Report nennt seriöse Kritik am politischen Islam in einem Atemzug mit Rechtsextremisten und sonstigen Hasspredigern. Der (gewünschte?) Effekt: Berechtigte Kritik wird durch Kontextualisierung mit rassistischen Vorfällen, die es unbestritten gibt, als ‚islamophob‘ neutralisiert. Das ist übrigens ein beliebter Kniff des türkischen Präsideten Recep Tayyip Erdogan: Kritik an ihm brandmarkt er als ‚islamfeindlich‘, gerne garniert mit einem Holocaust-Vergleich. (…)

Bleibt noch die Frage, wer diesen Report finanziert. Erdogans AK-Partei? Weit gefehlt! Die EU zahlt. Wie viel europäisches Steuergeld in das Projekt fließt, kann Hafez nicht genau beziffern, aber ‚jedenfalls wird der Großteil von der EU finanziert‘.“ (Manfred Maurer, Volksblatt: „Dubioser Islamophobie-Pranger“)

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Artikel · Außenpolitik · Mena Watch

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