Mrz 22, 2019
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Iran möchte syrischen Handelshafen unter seine Kontrolle bringen

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Der Hafen von Latakia

„Der Iran bereitet sich derzeit darauf vor, die Kontrolle über Syriens wichtigsten Handelshafen zu übernehmen. Damit möchte er seine Pläne zur Sicherung einer Handelsroute von Teheran bis zum Mittelmeer vorantreiben und eine wichtige Stellung in Israels unmittelbarer Nähe etablieren. Vor einem Monat starteten Gespräche, in denen besprochen wurde, den Containerhafen in Latakia, 150 Meilen nordwestlich von Damaskus, ab dem 1. Oktober einer iranischen Geschäftsführung zu übergeben, sobald der derzeitige Pachtvertrag ausläuft, wie The Syria Report berichtet, der den wachsenden Einfluss des iranischen und russischen Handels im kriegszerstörten Land verfolgt. Dieser Schritt würde Teheran einen ungehinderten Zugang zu der Anlage gewähren, die aus 23 Lagerhäusern besteht und wo vor dem Konflikt drei Millionen Tonnen Fracht pro Jahr umgeschlagen wurden. Der Hafen würde die Mittelmeerverbindung einer Handelsroute darstellen, die sich durch den sogenannten schiitischen Halbmond vom Iran über den Irak – wo Teheran bereits großen wirtschaftlichen Einfluss ausübt – bis nach Syrien zieht.

Für Israel könnte dieser Schritt ein neues Sicherheitsrisiko darstellen. Der Iran übt bereits starken militärischen Einfluss auf Damaskus aus, wo die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) und Stellvertreter-Milizen wie die libanesische Gruppe Hisbollah einsatzbereit sind. (…) Iranische Unternehmen, die mit dem IRGC in Verbindung stehen, haben bereits mit dem Gütertransport über den Hafen begonnen, was darauf hindeutet, dass Teheran Latakia als alternativen Weg für Waffenlieferungen in das Land nutzen könnte. Dies könnte neue israelische Luftangriffe auslösen und die Spannungen zwischen Russland und dem Iran verschärfen, da beide Parteien um Einfluss in Syrien nach dem Krieg kämpfen. (…)

Der Erwerb eines Pachtvertrags für den Hafen wäre ein Erfolg für den Iran, der nach dem achtjährigen Bürgerkrieg offen nach wirtschaftlichen Vorteilen strebt, als Entschädigung für die geleistete Unterstützung gegenüber Assad. Hohe Funktionäre in Teheran sagten, dass der Iran keine Hilfe für den Wiederaufbau des Landes leisten werden, wie es im Libanon und im Irak nach den Bürgerkriegen der Fall war. Vielmehr würden versucht werdenen, die Kosten durch staatliche und private Verträge wieder hereinzubekommen.“ (Hannah Lucinda Smith: „Tehran eyes vital Syrian port of Latakia as gateway to Med“)

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Artikel · Außenpolitik · Mena Watch

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