Dez 10, 2018
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Idlib: Russland und Türkei arbeiten an Bewahrung der Deeskalationszone

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„Während des G20-Gipfeltreffens in Buenos Aires trafen sich der russische Präsident Wladimir Putin und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Rande, um das wohl heikelste Thema ihrer bilateralen Beziehungen in Syrien zu diskutieren: Idlib. Am Tag darauf, dem 2. Dezember 2018, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow gegenüber Rossiya 1 TV, dass sich die beiden Anführer auf zusätzliche Schritte geeinigt hätten um ihre derzeit schwachen Unternehmungen zur Aufrechterhaltung einer entmilitarisierten Zone in Idlib zu verstärken. Die beiden Präsidenten hatten am 17. September in Sotschi (Russland) umfassende Abkommen bezüglich Idlib unterzeichnet, doch die Fristen für die Umsetzung von Teilaspekten des Pakts sind bereits verstrichen. Russland unterstützt das syrische Regime, während die Türkei Oppositionsgruppen unterstützt. Obwohl die entmilitarisierte Zone beide Parteien voneinander trennt, hält der Beschuss zwischen dem Regime und den extremistischen Milizen, die die Türkei bis zum 15. Oktober aus der Region geräumt haben sollte, an. (…)

Die Situation verschärfte sich, als die Türkei es nicht geschafft hat, die Kämpfer von Hayat Tahrir al-Sham innerhalb der vorgegebenen Frist bis Oktober aus dem entmilitarisierten Gebiet zurückzuziehen. Moskaus erste Reaktion auf diese Situation war relativ zurückhaltend. Gleichzeitig ist es der russischen Seite unmöglich, die Gewaltausbrüche in der Deeskalationszone zu ignorieren. Darüber hinaus erscheint es für Moskau verdächtig, dass die Türkei und die gemäßigte Opposition ihre Pflicht, die Extremisten zum Abzug zu bewegen, einfach missachten. Doch auch die Position der Türkei ist nachvollziehbar. Die Nationale Befreiungsfront, eine im Mai mit der Hilfe der Türkei gegründete Koalition von Milizen, hält es für absolut inakzeptabel unter den gegenwärtigen Bedingungen eine militärische Operation gegen Hayat Tahrir al-Sham zu beginnen, wenn die Gefahr besteht, von der Assad Regierung angegriffen zu werden. (…)

Daher müssen die militärischen Strukturen von Russland und der Türkei eine neue Fahrtrichtung aufnehmen, um die Sotschi-Vereinbarungen zumindest verzögert umzusetzen. Es ist unwahrscheinlich, dass Moskau tatsächlich an einem Angriff des Regimes auf Idlib interessiert ist, da dies die sich rasch entwickelnden Beziehungen zwischen Russland und der Türkei stören und sogar zu einem tiefgreifenden Konflikt führen könnte. Russland wird jedoch nicht gleichgültig bleiben können, wenn Hayat-Tahrir-al-Sham-Jihadisten auf der einen Seite und Assads Regime auf der anderen Seite in ernsthafte Kampfhandlungen verwickelt würden.“ (Kirill Semenov: „Russia, Turkey seek to break deadlock in Syria over Idlib“)

 

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Artikel · Außenpolitik · Mena Watch

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