Nov 19, 2019
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Geifern gegen Israel

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Aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuerte Raketen

Wenn sich Fritz Edlinger zum jüdischen
Staat äußert, rinnt der Schaum vorm Mund direkt in die Tastatur.

In einem Gastkommentar vom 12.11.2019 kritisiert Fritz Edlinger einen Text des ehemaligen österreichischen Botschafters in Israel, in dem dieser
die bilateralen Beziehungen der beiden Länder „herzlich wie noch nie“ nannte.

Edlingers Einlassungen sind verstörend. Man sollte
meinen, herzliche Beziehungen zwischen Österreich und Israel seien für unser
Land ein Gebot von Verantwortung, Anstand und Vernunft. Wer sie als Freundschaft
zur „israelischen Ultrarechtsregierung“ diskreditiert, offenbart seine Agenda. Und
natürlich ist die Anerkennung Westjerusalems als Hauptstadt Israels nicht
völkerrechtswidrig.

Gaza ist auch nicht „hermetisch abgeriegelt“, sondern wird
von Israel versorgt – nur nicht mit Gütern, die man für terroristische Angriffe
nutzen kann. Abgesehen davon hat Gaza auch eine Grenze zu Ägypten. Die 20
Prozent der Bürger Israels, die „Palästinenser sind“, leben nicht in Gaza oder
im Westjordanland, sondern in Israel als freie Bürger mit gleichen Rechten und
Pflichten, während all jene Palästinenser in den Autonomiegebieten, die nicht
Teil der korrupten Eliten sind, unter ihren Diktaturen zu leiden haben.

Es ist müßig und würde diesen Rahmen sprengen, alle
Verdrehungen und Halbwahrheiten zu berichtigen. Die Realität ficht den Generalsekretär
der Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen ohnehin nicht an:

Aus Gaza wurden heuer tausende Raketen auf Israel
abgefeuert, Feuerdrachen haben riesige Landwirtschaftsflächen abgefackelt. 15
Sekunden hat man Zeit, bei einem Alarm einen Schutzraum aufzusuchen. Vor
wenigen Monaten habe ich mit israelischen Müttern an der Grenze gesprochen, die
ihre vom Dauerbeschuss traumatisierten Kinder trotzdem Frieden, Versöhnung und
Verständnis lehren. Wer die Verurteilung des fortdauernden Terrors „geifern“ nennt,
hat entweder keine Ahnung, keinen Anstand oder kein Herz – oder nichts davon.

Schon 1982 lieferte Edlinger ein Beispiel für „offen
zutage tretende antisemitische Ressentiments“. 2005 gab er „eine der
antisemitischsten Hetzschriften [heraus], die nach 1945 in Österreich
erschienen sind“. Und im März 2018, während der Rest des Landes des Jahres 1938
gedachte, betätigte sich Edlinger wieder als Herausgeber einer Sammlung von
Texten notorischer Israelhasser und Antisemiten. Die Details kann man auf mena-watch.com nachlesen.

Was treibt jemanden dazu, den Staat der Juden, der
kaum größer ist als Niederösterreich, dermaßen obsessiv zu verleumden? Warum
gibt jemand Texte heraus, die sich lesen, als sei dem Autor beim Schreiben der
Schaum vorm Mund direkt in die Tastatur getropft und dort zu Worten geronnen?

„Der Antisemitismus ist das Gerücht über Juden“, heißt
es in Theodor W. Adornos Minima Moralia von 1951. Der Antisemitismus des
21. Jahrhunderts ist das Gerücht über Israel. Edlinger streut das Gerücht über
Israel seit Jahrzehnten.

Israel ist Schutzmacht und Zufluchtsort für alle Juden
in der Welt. Dass immer mehr Juden nach Israel auswandern, weil sie in Europa
nicht mehr sicher sind, ist beschämend genug. Wer die Existenz Israels als
jüdischen Staat zur Disposition stellt, stellt die Existenz aller Juden dieser
Welt zur Disposition. Trotzdem nennt man das hierzulande nicht Antisemitismus,
sondern „Israelkritik“.

Halten wir also fest: Fritz Edlinger ist kein
Antisemit. Er macht nur Gebrauch von seinem Recht auf Israelkritik. So wie ich
von meinem Recht auf Edlingerkritik.

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Artikel · Außenpolitik · Mena Watch

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