Dez 11, 2019
44 Views
0 0

Fundstück: Der Verleger und die Stasi: Die Aktenlage

Written by

(Fundstück von Peter Grimm)

Die ehemalige Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Marianne Birthler, und der Historiker Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk hatten bekanntlich die Aufgabe übernommen, in Sachen Stasi-Mitarbeit des neuen Verlegers der Berliner Zeitung, Holger Friedrich, die einsehbaren Stasi-Akten zu analysieren. Hier kommt ihr Bericht:

„In der Anlage übermitteln wir Ihnen unsere Analyse. Der Umfang der Expertise ist dem

Bemühen geschuldet, einen komplizierten Sachverhalt so zu beschreiben, dass auch Nicht-Fachleute ihn verstehen können. Außerdem haben wir in der Vergangenheit viel zu oft erfahren müssen, dass verkürzte Darstellungen zu pauschalen und vorschnellen Verurteilungen bzw. Entlastungen führen. 

Absichtlich haben wir darauf verzichtet, den sich aus den Unterlagen ergebenden Befund politisch oder moralisch zu bewerten und ihm damit quasi ein Etikett zu verpassen. Alle, die sich die Mühe machen, werden auf der Grundlage der vorliegenden Erläuterungen zu ihren eigenen Einschätzungen kommen. Diese werden wahrscheinlich unterschiedlich ausfallen: Wie in anderen Fällen spielt hier nicht nur die Aktenlage eine Rolle, sondern auch Grundhaltungen zum Thema DDR-Aufarbeitung und die Frage des Umgangs mit der Angelegenheit in den zurückliegenden drei Jahrzehnten. […]

Angesichts des überregionalen Interesses, um der Transparenz willen und schließlich auch, um letzte Zweifel auszuräumen, dass die Redaktionen der „Berliner Zeitung“ und des „Berliner Kuriers“ mit der Veröffentlichung interessengeleitete Ziele verfolgen oder nur Ausschnitte publizieren könnten, haben wir die Robert-Havemann-Gesellschaft gebeten, diesen Brief und die Anlage zeitgleich auf ihrer Website (http://www.havemanngesellschaft.de/Aktuelles) zu veröffentlichen.“

0
Article Categories:
achgut.com · Die Achse des Guten · Klare Kante

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.