Mai 30, 2019
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Die Verfolgung von Christen in den Palästinensischen Autonomiegebieten

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Von Edy Cohen
Artikel zuerst erschienen bei Audiatur Online

Die anhaltende internationale Vernachlässigung der Notlage der Christen unter der Regierung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) könnte dazu führen, dass das Christentum von dort verschwindet, wo es entstanden ist.

In jüngster Zeit gab es drei schwerwiegende Vorfälle, bei denen Christen in den von der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) regierten Gebieten betroffen waren. Sie hinterliessen aber weder in der Weltöffentlichkeit noch in den israelischen Medien irgendwelche Spuren, weil sie nicht mit Israel in Verbindung stehen.

Am 25. April baten die verängstigten Bewohner des christlichen Dorfes Jifna bei Ramallah die PA, sie zu schützen, nachdem sie von muslimischen Bewaffneten angegriffen wurden. Die Gewalt brach aus, nachdem eine Frau aus dem Dorf eine Beschwerde bei der Polizei eingereicht hatte, dass der Sohn eines prominenten, der Fatah angehörigen Führers ihre Familie angegriffen hatte. Als Reaktion darauf kamen Dutzende von Fatah-Schützen ins Dorf, feuerten Hunderte von Schüssen in die Luft, warfen Benzinbomben und verursachten schwere Schäden am öffentlichen Eigentum. Es war ein Wunder, dass es keine Toten oder Verwundeten gab.

Trotz der Hilferufe der Anwohner griff die Polizei der Palästinensischen Autonomiebehörde während der chaotischen Stunden nicht ein. Es wurden auch keine Verdächtigen verhaftet. Die Randalierer forderten die Bewohner auf Dschizya zu zahlen – eine Kopfsteuer, die im Laufe der Geschichte auf nicht-muslimische Minderheiten unter islamischer Herrschaft erhoben wurde. Die jüngsten Opfer der Dschizya waren die christlichen Gemeinschaften des Irak und Syriens unter der ISIS-Herrschaft.

Der zweite Vorfall ereignete sich in der Nacht zum 13. Mai. Vandalen brachen in eine Kirche der maronitischen Gemeinschaft im Zentrum von Bethlehem ein, entweihten sie und stahlen teure Ausstattung der Kirche, einschließlich der Sicherheitskameras.

Drei Tage später war die anglikanische Kirche im Dorf Aboud westlich von Ramallah an der Reihe. Vandalen durchschnitten den Zaun, zerbrachen die Fenster der Kirche und brachen ein. Sie entweihten die Kirche, suchten nach wertvollen Gegenständen und stahlen eine Menge Material. Wie bei den beiden zwei anderen Vorfällen wurde auch hier kein Verdächtiger verhaftet.

Laut ihrer Facebook-Seite ist dies das sechste Mal, dass die maronitische Kirche in Bethlehem Opfer von Vandalismus und Diebstahl wurde, darunter ein Brandanschlag im Jahr 2015, der erhebliche Schäden verursachte und dazu führte, dass die Kirche für einen längeren Zeitraum geschlossen werden musste. Obwohl Mahmoud Abbas persönlich am 24. Dezember 2018 bei der Wiedereröffnungsfeier der Kirche nach ihrer Renovierung anwesend war, haben die Brandstiftung, die Raubzüge und der Vandalismus im Laufe der Jahre keine Beachtung in den palästinensischen Medien gefunden. Tatsächlich wurde in vielen Fällen eine Informationssperre verhängt.

Es ist unwahrscheinlich, dass die jüngste Welle von Übergriffen dazu führen wird, dass Verdächtige verhaftet oder gar verfolgt werden. Das Einzige, was die PA interessiert, ist, dass solche Ereignisse nicht an die Medien weitergegeben werden. Die Fatah übt regelmäßig starken Druck auf die Christen aus, Gewalttaten und Vandalismus, unter denen sie häufig leiden, nicht zu melden, da eine solche Publizität das Image der PA schädigen könnte. Noch weniger will die Palästinensische Autonomiebehörde als eine radikale Organisation dargestellt werden, die religiöse Minderheiten verfolgt. Dieses Bild könnte negative Auswirkungen auf die massive internationale und insbesondere europäische Hilfe haben, die die PA erhält.

Obwohl die Christen in der PA es vermeiden so etwas öffentlich zu sagen, fürchten viele von ihnen – aus gutem Grund –, dass die muslimische Aggression gegen sie immer weiter eskalieren wird. Solche Ängste sind umso stärker angesichts des Schweigens der westlichen (und israelischen) Medien zum anhaltenden Verschwinden der christlichen Minderheit aus der PA und den islamischen Ländern im Allgemeinen. Letzteres steht im krassen Gegensatz zu Wachstum, Wohlstand und zunehmender Integration der christlichen Gemeinschaft in Israel selbst. Die Christen der westlichen Welt müssen von der Palästinensischen Autonomiebehörde verlangen, dass sie die Verdächtigen der jüngsten Angriffen verhaftet und beginnt, die christlichen Kultstätten unter ihrer Herrschaft zu beschützen. Die anhaltende internationale Vernachlässigung der Notlage der Christen unter der Regierung der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) könnte dazu führen, dass das Christentum von dort verschwindet, wo es entstanden ist.

Dr. Edy Cohen ist Wissenschaftler am BESA Center und Autor des Buches „The Holocaust in the Eyes of Mahmoud Abbas“ (Hebräisch). Übersetzung Audiatur-Online.

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Artikel · Außenpolitik · Mena Watch

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