Mrz 11, 2019
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Die Vereinigten Arabischen Emirate – aus geopolitischer und geostrategischer Perspektive

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(www.conservo.wordpress.com)

Von Dieter Farwick, BrigGen a.D. und Publizist*)

Meine erste Studienreise in die Vereinigten Arabischen Emirate vor fast genau einem Jahr war in erster Linie ein touristisches Erlebnis – ein faszinierendes. (Siehe Bericht in conservo „Emirate: Strategischer Fortschritt statt hektischen Stillstands“ vom 18.02.2018, https://conservo.wordpress.com/?s=Emirate%3A+Strategischer+Fortschritt+statt+hektischen+Stillstands). Es war das Eintauchen in eine andere, moderne Welt, die von politischer Führungsstärke, Kreativität, Dynamik, Effizienz und Optimismus geprägt ist. Im Turm „Burj Khalifa“ ist der Leitgedanke der Vereinigten Arabischen Emirate zu lesen: Vision into Reality.

Ein Rundblick von der 125. Etage in die nähere und weitere Umgebung des Burj zeigt die verschiedenen Phasen der Stadtentwicklung von Dubai der letzten 50 Jahre. Ausgewiesene Bauflächen lassen zukünftige Ausmaße erahnen.

Die seit Jahren existierenden Sehenswürdigkeiten lohnen einen zweiten Besuch:

Die Zayed-Moschee in Abu Dhabi, eine der größten in der muslimischen Welt, Hotel und Residenz Burj Al-Arab mit einem besonderen, feierlichen Abendessen in einer muslimisch geprägten Innenarchtektur mit exquisiten Ladengeschäften, der Ski-Arena, die bei sommerlichen Außentemperaturen von bis zu 50 Grad Celsius interessante Abfahrten bei einer Schneetemperatur von minus fünf Grad ermöglicht, das Hotel Atlantis auf der berühmten Palmeninsel mit einem Meeresaquarium mit rd. 65 000 Fischen aller Art – und einigen mutigen Tauchern in Schutzanzügen unter ihnen.Für Formel I-Fans bietet eine „Weltausstellung“ Einblicke in die Formel I-Welt mit rasanten Filmen und derzeitigen Rennwagen sowie Souvenirs der erfolgreichsten Rennfahrer. Auf einer imposanten Achterbahn können wagemutige Mitfahrer und –innen den Geschwindigkeitsrausch bei Berg- und Talfahrten nachempfinden.

Die Weltausstellung „ ExPo 2020/2021“ – ein Jahrhundertereignis für die Emirate und Arabien insgesamt

Die erwarteten 20 Millionen Besucher aus aller Welt in der Zeit vom 20.10. 2020 – 10.04.21 und damit in der besten Reisezeit für Europäer stellen die Veranstalter vor große Herausforderungen und Erwartungen – rd. 50 Jahre nach der Gründung der Vereinigten Arabischen Emirate mit rd. 8 -10 Millionen Einwohnern in den sieben Mitgliedsstaaten mit Abu Dhabi als reichstem und mächtigstem Emirat, dessen Scheich gem. Verfassung das Amt des Staatsoberhaupt der Vereinigten Arabischen Emirate seit der Gründung 1971 ausübt. Eine Besonderheit: rd. 80 – 90 Prozent sind sog. „ Gastarbeiter“ aus allen Teilen der Welt – besonders aus Indien, Pakistan und Afghanistan -, während die „ Einheimischen“ lediglich 10-20 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen., die das Land autoritär führen und verwalten.

Die übrigen Emirate: Dubai, das zweitgrößte Emirat, dessen Scheich das Amt des Vizepräidenten und Regierungschefs ausübt, ist der Motor für Innovation und Effizienz, Die restlichen Emirate haben begrenzten Einfluss: Sharjah, Ajman, Umm al Qalwain, Ras al Khaimah und Fujairah, das bereits im Februar ein erholsames Bad im Indischen Ozean bei einer Wassertemperatur von 23 Grad ermöglicht. Der Nachbar Oman ist nicht Teil der Emirate, so wenig wie Saudi Arabien, die stärkste Macht auf der Arabischen Halbinsel, Katar, Bahrain und Kuwait.

Nach der Gründung musste das Emirat Dubai eine weitreichende, strategische Entscheidung treffen:

Seine Führung erkannte, dass es sich – im Gegensatz zu Abu Dhabi – nur noch begrenzte Zeit auf eigene Ölvorräte verlassen könnte.

Die Entscheidung wurde gut vorbereitet: Dubai baute Handel, Finanzen, Wirtschaft und Industrie – einschließlich des Tourismus – radikal um und erfolgreich aus.

Flankiende Maßnahmen: Keine persönlichen Steuern – weder Lohnsteuer noch Grunderwerbssteuern. Eine Ausnahme: Seit dem 1. Januar 2018 wird eine Mehrwertsteuer von 5 Prozent erhoben.

Es wurde eine staatliche Luftfahrtlinie „Emirates“ gegründet, die Dubai als „Drehscheibe“ und als „Einkaufszentrum“ – die Dubai-Mall – für Fernreisen zwischen Amerika und Asien sowie zwischen Asien und Europa aufbaute. Dort werden auch die „Brautgeschenke“ im Werte von 40.000 Dollar aufwärts eingekauft, die der Braut das Leben im Alter – oder auch nach Scheidung – absichern soll.

Es macht Touristen verlockende Angebote nicht nur bei Eigentumswohnungen, besonders bei Gold und Schmuck wie auch bei Luxusautos.

Der wachsende Welthandel zieht Firmen aus aller Welt an. Die Emirate und ihre Führungseliten sammelten Reichtümer, die den staunenden Touristen ohne Scham und Schuldgefühle zur Schau und zum Kauf dargeboten werden.

Es ist kein Zufall, dass der größte, schwerste und natürlich schönste Goldring – mit Edelsteinen verziert – der Welt im Goldmarkt von Dubai vorgestellt wird.

Die Emirate präsentieren Superlative: Die erste Metro über eine Strecke 50 Kilometern ohne Fahrer. Der Nachfolger von Burj Kalifa mit einer Höhe von über 1000 Metern ist bereits geplant, die nächste Ski-Arena wird die bisherige in ihrer Attraktivität weit übertreffen, weitere Palmeninseln sind in der Planung und werden bereits gebaut.

Die Zukunft ohne Öl

Bis auf Abu Dhabi, das über 96 Prozent der gesamten Ölvorräte der Emirate verfügt, werden die übrigen Emirate in wenigen Jahren über kein eigenes Öl mehr verfügen.

Die Emirate sind von Wasser umgeben – allerdings von Salzwasser. Die Entsalzung des Wassers – und damt die Versorgung der Emirate mit Trink- und Brauchwasser – hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht – bei hohen Kosten. Die modernen Entsalzungsanlagen versorgen die Emirate täglich mit Milliarden Litern Trink- und Brauchwasser, was die Notwendigkeit von entsprechendem Import deutlich reduziert. Die Kosten für die Landwirtschaft werden gesenkt.

Die Entsalzungsanlagen liefern auch den Strom für weite Teile des Landes.

Die Entwicklung von Mini high tech-Drohnen

Diese werden bei der Weltausstellung die Besucher ins Stauen versetzen. Ihre Handhabung ist stark vereinfacht worden. Sie ist bedienerfreundlich. Hochauflösende Kameras und eine auf über 30 KM gesteigerte Reichweite sind für 99 Euro zu haben.

Staaten, die für die taktische militärische Aufklärung an dem Kauf von diesen leistungsgesteigerten Drohnen brennend interessiert sind, können auf eine teure Eigenentwicklung und Produktion verzichten. Sie können in den riesigen Einkaufszentren der Emirate mit der EC-Karte gekauft werden.

Die Koordinierung tausender Flugobjekte auf engem Raum wird in wenigen Jahren technisch möglich sein. Ob dann alle juristischen Fragen zuverlässig gelöst sind, muss sich erst erweisen.

In der mittleren Zukunft wird es auch Drohnen geben, die mit ihren Reichweiten und Zuladungen an Waffensystemen eine seriöse, kostengünstige Alternative zum derzeitigen bemannten Kampfjet anbieten werden. In Schwärmen eingesetzt, können sie Drohnenabwehrsysteme übersättigen, die Abwehr täuschen und überwinden – ohne den Verlust von Piloten und teuren Kampfflugzeugen. Für Cyber warfare werden sich neue attraktive Einsatzoptionen in der Offensive und Defensive bieten.

Ob da noch Platz ist für bayerische Flugtaxis, von denen der bayrische Ministerpräsidenten träumt, ist eine interessante Frage – auch für Versicherungen und Polizei.

In diesem Zusammenhang stellt sich für Politiker, Planer und Ingenieure die schwierige Frage, ob das geplante deutsch-französische Kampfjet in 20 Jahren überhaupt noch für eine Gebrauchszeit von dann rd. 30 Jahren eingesetzt werden kann – und zu welchem Stückpreis?

Die Sicherheitsarchitektur auf der arabischen Halbinsel

Im Februar 2019 bestimmten plötzlich Themen die öffentliche Diskussion auf der Arabischen Halbinsel und im gesamten Nahen/ Mittleren Osten, die den Jahren zuvor nur eine geringere Rolle gespielt haben.

Besonders die Nachrichten von Luftangriffen durch indische Luftwache gegen ein Terroristenausbildungslager und der Gegenschlag der pakistanischen Luftwaffe machten deutlich, dass wir in einer Welt der Unordnung und Unsicherheit leben. Ein überspringender Funke kann den Weltbrand auslösen. Das gilt besonders für Spannungen zwischen Nuklearmächten.

Droht ein Krieg zwischen den verfeindeten Nuklearmächten Indien und Pakistan?

Indien und Pakistan betrachten sich als Erzfeinde. Hauptstreitpunkt ist seit vielen Jahren das „Kaschmir-Gebiet“ – eine geteilte Enklave unter VN-Verwaltung auf pakistanischen Territorium seit der Zweiteilung von Britisch Indien – in die Staaten Pakistan und Indien auf der Grundlage religiöser Gegebenheiten. Die Muslime erhielten die Regionen mit überwiegend muslimischer Bevölkerung – ein geographisch getrenntes Territorium – West- und Ostpakistan, das heutige Bangladesch. Indien bekam den größeren Teil Britisch-Indiens mit den Hindus.

Bei der Zweiteilung gab es keine politische Lösung unter der Ägide der VN. Die VN entschied sich für ein späteres Referendum im geteilten Kaschmir. Pakistan und Indien konnten sich auf keine Grenze einigen – die „line of conflict“ blieb bis heute konfliktträchtige „ Grenze“, die von beiden Seiten nicht anerkannt wurde. Es kam immer wieder zu Spannungen und militärischen Attacken über die „line of conflict“ hinweg. Ein VN-Referendum gibt es bis heute nicht.

Die Tatsache, dass beide Staaten zwischenzeitlich über Nuklearwaffen verfügen, nährte die Hoffnung, dass es wegen der Gefahr einer möglichen nuklearen Eskalation nicht zum „großen“ Krieg kommen würde.

Selbst die Folgen des dreitätigen Überfalls einer pro-paskistanischen Terrroristengruppe mit dem Schwerpunkt Mumbai im Jahre 2008 mit über hundert Toten auf indischer Seite konnten eingedämmt werden. Indien verzichtete auf einen militärischen Gegenschlag.

Der jahrelange Krieg zwischen den Taliban in Afghanistan, die von Pakistan unterstützt wurden, und den von der NATO unterstützten afghanischen Kräften, hat die Spannungen zwischen Pakistan und Indien eher verschärft – ohne größere militärische Kriege.

Hat der jüngste Überfall aus Pakistan gegen Ziele auf indischem Staatsgebiete mit rd. 40 Toten die Kriegsgefahr mit weitreichenden regionalen Folgen verschärft?

Beide Staatsoberhäupter – Imran Khan für Pakistan und Nahranda Modi für Indien – gelten als Hardliner, die 2019 vor wichtigen Wahlen stehen. Sie könnten versucht sein, ihren Wählern Stärke zu zeigen – mit der Gefahr einer Eskalation in den nuklearen Bereich, was beiden Staaten schwere Schäden zufügen würde. Indien würde in der Rivalität mit China zurückgeworfen werden.

Imran Khan ist zu kurz im Amt, um seiner Sache sicher zu sein.

Leider bietet sich kein Vermittler an, der beide Seiten zu einer Politik der Mäßigung überzeugen könnte. Auch die VN haben nicht die Autorität, als „honest broker“ aufzutreten, zumal im VN-Sicherheitsrat die „fünf ständigen Mitglieder“ jede Vereinbarung durch Vetos blockieren könnten.

Die Vereinigten Staaten von Nordamerika könnten versuchen, auf beide Partner, die von den USA unterstützt werden, mäßigenden Einfluss zu nehmen.

Die Dominanz von Saudi-Arabien

Saudi-Arabien hat später – als zum Beispiel Dubai – den Schalter auf Zukunft umgelegt. Es sucht ausländische Investoren und Anleger – auch für die bislang staatseigene Erdölindustrie – ein Tabubruch.

Ihre besondere Aufgabe als Wächter und Beschützer der heiligen Stätten stärkt die Position Saudi-Arabiens in der gesamten muslimischen Welt.

Jeder Muslim ist gehalten, mindestens einmal in seinem Leben an der Hadsch nach Mekka zu den heiligen Stätten teilzunehmen.

Die mutmaßliche Ermordung des kritischen saudi-arabischen Journalisten Kashoggi in Istanbul wohl auf Geheiß der saudi- arabischen Führung hat dem Ansehen Saudi-Arabiens in aller Welt sehr geschadet.

Der orthodoxe Wahhabismus mit seinem starken Einfluss in der gesamten muslimischen Welt erschwert Saudi-Arabien, neues Vertrauen aufzubauen.

Ob die Ernennung einer saudischen Frau als erster Botschafterin in Washington D.C. ein erster richtiger Schritt ist, muss sich noch erweisen.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind Frauen als Fahrerinnen ihrer pinkfabenen Taxi noch immer ein begehrtes Photomotiv.

Der schiitische Nachbar Iran wird in den VAE als Bedrohung empfunden. Die VAE liegen im Wirkungsbereich von nuklearbestückten Raketen. Die Schutzgarantie der Vereinigten Staaten dient der Abschreckung vor einem nuklearen Erstschlag des Iran, der den tödlichen nuklearen Zweitschlag durch die Garantiemacht USA in sein Risikkalkül einbeziehen muss.

Öffentlicher und Individualverkehr – 24 Stunden Rushhour ?

Das Mietgefälle zwischen den Hauptzentren für Beruf und Shopping sowie den „ Schlafstädten“ führt zu täglichen schwierigen Entscheidungen für Millionen von Arbeitnehmern in den VAE:

Billigere Mieten und Stunden im Stau oder hohe Mieten und kürzere Entfernungen zur Arbeit und zum Shoppen ? Befriedigende Kompromisse gibt es kaum. Eine persönliche individuelle persönliche Entscheidung für die gesamte Familie.

Der fortschreitende Straßenbau kann mit der Zunahme des Fahrens mit dem eigenen Auto kaum Schritt halten. Es ist bequem – und gut temperiert.

Fußwege gibt es kaum.

Das Taxi ist preisgünstig – und verfügt über Air condition. Außerdem entfällt mit Hilfe von Apps die Suche nach einem Parkplatz.

Der Staat kämpft darum, den Verkehrsfluss zu verbessern und die Fahrzeiten zu verringern.

Der Bau der Metrolinien in Dubai hat Entlastung gebracht. Über 100 Millionen Fahrgäste pro Jahr entlasten zu günstigen Fahrpreisen den Transportbedarf. Für die Zeit um 2030 sollen es über 400 Millionen Fahrgäste pro Jahr werden.

Das Netz auf Stelzen und Viadukten verhindert Kollisionen mit dem straßengebundenen, fahrerlosen Verkehr der Metro.

Im Jahr 2019 wurde der Bau eines über 1000 kilometerlangen Eisenbahnnetzes in den VAE beschlossen, geplant und begonnen, das die Emirate bis 2023 zusammenrücken lassen und den stundenlagen Rushhourverkehr entlasten soll.

Eine solche Verdichtung des öffentlichen Verkehrs hätte einen gewünschten Effekt auf das Mietgefälle. Die Mieten in den Ballungszentren könnten sinken, weil die Konkurrenz der „ Randlagen“ zunehmen wird durch die geringer werdenden Fahrzeiten. Vielleicht können auch Notwendigkeit und Bequemlichkeit eines eigenen Autos zum Pendeln abnehmen.

Das in Europa in Mode kommende E-Bike dürfte für tropische Regionen bei permanenten plus 50 Grad Celsius keine verlockende Alternative sein.

Was bringt die Zukunft für die Vereinigten Arabischen Emirate?

Im September 2019 kommt zunächst ein weiteres Highlight für die Vereinigten Arabischen Emirate und Arabien.

Es ist der erste Flug eines Angehörigen der VAE zur Internationalen Raumfahrtstation. Zwei VAE-Astronauten befinden sich noch in der Ausbildung. Im Mai soll die Entscheidung fallen, wer ein Kapitel in der Geschichte der arabischen Welt schreiben wird. Ein zweiter Araber wird in Kürze folgen. Ein spektakulärer Erfolg für VAE und die gesamte arabische Welt. Gut für den Nationalstolz und das Selbstwertgefühl. Ein überzeugender Beleg für Effizienz.

Im Oktober 2020 folgt das Jahrhundertereignis: die erste Weltausstellung in einem arabischen Land.

Die erwarteten 20 Millionen Besucher werden einen Traum erleben. Gemessen an dem derzeitigen Status der Vorbereitungen kann kaum noch etwas schief gehen.

Manche Besucher werden sich die Frage stellen: Wie lange können die VAE den enormen Aufschwung der ersten 50 Jahre durchhalten? Wie ist es um die Zukunftsfähigkeit bestellt?

Eine wichtige Frage: Kann die innere Stabilität und der innere Frieden erhalten bleiben?

Der Blick vom Burj Khalifa gibt eine erste Antwort.

Es sind die zahllosen Baukräne in Zentren – z.B. von Dubai -, die auf Fortschritt und Innovation hinweisen.

Die hohe Zahl von Gastarbeitern – ca. 80-90 Prozent – profitiert von einem relativen finanziellen Fortschritt für die Familien in den „Entsendeländern“. Es gibt Angaben, dass die „Gastarbeiter“ bis zu 80 Prozent ihres Gehaltes ihren Familien überweisen.

Die Aussicht, bis zum 60. Lebensjahr in den VAE arbeiten zu können, diszipliniert das Verhalten auf dem Arbeitsplatz und in der Unterkunft.

Etliche „Gastarbeiter“ steigen auf der „ sozialen Leiter“ nach oben. Es sind nicht nur Mediziner und Ingenieure, deren Leistungen mit sozialem Fortschritt und hohen Gehältern belohnt werden. Brutto gleich Netto.

Das gilt auch für Angestellte in ausländischen Firmen, von denen es in den VAE über 900 gibt.

Sie alle profitieren von den drei tragenden Säulen – Finanzen, Wirtschaft und Tourismus.

Sollte der Boom etwas abflauen, ist das große Heer der „ Gastarbeiter“ ein Korrektiv für den Arbeitsmarkt.

Die innere Stabilität ist ein positiver Faktor gegen etwaige negative Einflüsse von außen.

Das Verhältnis zwischen den VAE und der Supermacht Saudi- Arabien erscheint stabil.

Die vergleichsweise hohe Zahl von vollverschleierten, begüterten Touristinnen aus Saudi-Arabien spricht für die Attraktion der imposanten Einkaufszentren in den VAE.

Der schwelende Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten kann eingedämmt werden, solange der Dirham rollt.

Das Glas bleibt vermutlich mindestens halbvoll für die privilegierten „Einheimischen“. Sie bilden das Rückgrat der VAE.

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*) Brig.General a.D. Dieter Farwick wurde am 17. Juni 1940 in Schopfheim, Baden-Württemberg, geboren. Nach dem Abitur wurde er im Jahre 1961 als Wehrpflichtiger in die Bundeswehr eingezogen. Nach einer Verpflichtung auf Zeit wurde er Berufssoldat des deutschen Heeres in der Panzergrenadiertruppe.
Vom Gruppenführer durchlief er alle Führungspositionen bis zum Führer einer Panzerdivision. In dieser Zeit nahm er an der Generalstabsausbildung an der Führungsakademie in Hamburg teil. National hatte er Verwendungen in Stäben und als Chef des damaligen Amtes für Militärisches Nachrichtenwesen.
Im Planungsstab des Verteidigungsministers Dr. Manfred Wörner war er vier Jahre an der Schnittstelle Politik-Militär tätig und unter anderem an der Erarbeitung von zwei Weißbüchern beteiligt. Internationale Erfahrungen sammelte Dieter Farwick als Teilnehmer an dem einjährigen Lehrgang am Royal Defense College in London.
In den 90er Jahren war er über vier Jahre als Operationschef im damaligen NATO-Hauptquartier Europa-Mitte eingesetzt. Er war maßgeblich an der Weiterentwicklung des NATO-Programmes ´Partnership for Peace` beteiligt.
Seinen Ruhestand erreichte Dieter Farwick im Dienstgrad eines Brigadegenerals. Während seiner aktiven Dienstzeit und später hat er mehrere Bücher und zahlreiche Publikationen über Fragen der Sicherheitspolitik und der Streitkräfte veröffentlicht.
Nach seiner Pensionierung war er zehn Jahre lang Chefredakteur des Newsservice worldsecurity.com, der sicherheitsrelevante Themen global abdeckt.
Dieter Farwick ist Beisitzer im Präsidium des Studienzentrum Weikersheim und führt dort eine jährliche Sicherheitspolitische Tagung durch.
Seit seiner Pensionierung arbeitet er als Publizist, u. a. bei conservo.
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www.conservo.wordpress.com     11.03.2019
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Allgemein · Außenpolitik · Conservo · Innenpolitik · Klare Kante

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