Sep 14, 2019
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Die Lahmleger des „20. September“ ante portas

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(www.conservo.wordpress.com)

Von Hans-Rolf Vetter*)

Großes Schlottern, aber auch Erlösungschance

Wow. Geht es Ihnen auch schon so? Haben Sie auch schon Angst vor dem Morgengrauen des 20. September 2019? Vor „Ninetwenty“? Wenn der Donnerhall der FfF-Bewegung und der Universal-„Aktivisten“-GmbH „Ende Gelände“, leibhaftig angeführt u.U. sogar von der heiligen Gretas selbst, zusammen mit Wotans IPCC-Hammer auf uns „Klimaschweine“ niedersaust? Und uns endlich die Habeck-Baerbockschen Öko-Gatter zugewiesen werden, in die wir nun einmal – von „sozialer Gerechtigkeit“ wegen und so weiter –gehören?

Gut, der Mehrheit von uns wird noch eine letzte Chance eingeräumt, im besten protestantischen Sinne endlich umzukehren und ein Sühnezeugnis abzulegen. Denn wir, d.h. wirklich wir alle, sollen uns ja an diesem Tag frei nehmen, um im Originalton des öffentlich-rechtlich gepamperten „Moderators“ und Politclowns Joko Winterscheidt: „Das Land – steile These – mal lahm (zu; Ve) legen“. Obwohl zum „politischen Streik“, der es ja faktisch sein würde, wagen selbst die aufmüpfigsten Aktivistinnen denn doch noch nicht aufzurufen. So ist von den Thunberg-Jüngern und der Hambacher Sturmabteilung mehr an eine öko-sozialistische Familienfeier mit Ablass-Handel gedacht. Für Dich und mich sowie für uns und Euch, eben für alle, die sich als „people for future“ oder so ähnlich fühlen. Am 20. September greift endlich die Umkehr und die große Erlösungssehnsucht erfüllt sich.

Die „Freie Tage für die Fjutscha“-Lahmlegerinnen

Der Unterschied des Aufrufs zum 20. September zu heute besteht allerdings recht besehen lediglich darin, dass das jetzt alles durch Grün „organisiert“ und ideologisch infiltriert geschehen sowie über die FfF-Bewegung und die „Parents for Future“, einer nicht ganz dichten, erschreckend infantilisierten Erwachsenengruppe, hinausweisen soll. Für die „streikenden Schülerinnen“ kommt die Idee des Lahmlegens einfach zur rechten Zeit. Man ist der Schule mit ihrer 50-Stundenwoche einfach überdrüssig. Wozu sich bilden, wenn man doch alles googlen kann? Wozu noch selbst reflektieren, wenn frau ihre Meinung frei Haus geliefert bekommt und weiß, dass sie zu den Mehreren auf der gesinnungsethisch richtigen Seite steht? Wozu noch demokratischer Diskurs, der nach der neuen gender-infiltrierten Zeitrechnung ohnehin nur was für alte weiße Männer ist? Warum noch unnötig Wissen pauken und sich anstrengen müssen, wo doch alles an Jobs oder an Lebensfreude – ob durch Klimawandel, Digitalisierung oder die eigenen viel bejubelten „gesellschaftspolitischen“ Aktivitäten – ohnehin den Bach runter gehen wird? Wozu sich überhaupt noch anstrengen, wo doch Hotel Mama oder der Lieber Papa Fürsorgestaat allen Beladenen unter die Arme greift? Das Geld für den Lebensunterhalt wird schon von der EZB oder den dummen Noch-Steuerzahlern bereit gestellt werden. Und dann kann frau ja auch immer noch mit Kevin und Robert zusammen enteignen! Da kommt der Import der international gesponserten Idee vom „Schulstreik“ doch gerade recht. Auf die kann frau wunderbar aufspringen und ihre eigene Faulheit endlich legitimieren.

Manche sehen zwar in der „Freie Tage für die Fjutscha-Bewegung“ (FfF) eine Art Hilfeschrei der von Schulstress überforderten, bislang willfährig und unkritisch gepamperten Pubertären im Sinne „Holt uns hier endlich raus!“. Aber das sind eben nur Einzelmeinungen. Zudem viel zu aufdränglerisch fürsorglich und respektlos gegenüber den so netten engagierten jungen Leuten und ihrem „ernsthaften“ Anliegen.

Die Philosophie des Lahmlegens ist eine bewährte Masche

Das muss man sich erst mal reinziehen: das „Lahmlegen“! Da wird ja geradezu so getan, als wenn das eine neue Masche wäre! Von wegen. In vielen Verwaltungsstuben – insbesondere in den grün-rot-roten Oasen wie Berlin und Bremen– ist das schon vielfach Usus. Deshalb ist hier die Armutsbekämpfung besonders erfolglos bzw. umgekehrt: die Züchtung von Armut und die sich anhäufende Überforderung, mit öffentlich notwendigen Alltagsaufgaben fertig zu werden, besonders erfolgreich ausgeprägt. Die öffentlich organisierte Verantwortungslosigkeit und das schamlos institutionalisierte Schnorrertum feiern hier fröhliche Urständ. Es zahlen ja immer schon die „Noch-nicht-Lahmgelegten“ aus dem Länderfinanzausgleich, insbesondere die aus dem verblödeten Süden. Da lässt es sich auf Kosten dieser wertschaffenden produktiven Bevölkerung doch herrlich leben. Entbunden von ihren grundlegenden Aufgaben haben Frau und Mann auch jeden Tag Zeit, neue verrückte Ideen wie grüne Verkehrsberuhigungszonen oder gendergerechte Formulare oder komplett gebührenfreie KiTas in die Tat umzusetzen – kostet ja alles nichts. Ja Leute, irgendwie muss die Zukunft des Öko-Totalitarismus ja finanziert werden…

Auch in anderen Bereichen, etwa Großraumbüros, kennt nahezu jede(r) irgendeine Kollegin/ einen Kollegen, die/der das „Lahmlegen“ mit wahrer Freude bereits während der bezahlten Arbeitszeit trefflich zu praktizieren versteht. Auch hier gilt das spontane Lahmlegen vor allem für die etwas marktferneren Beschäftigungsverhältnisse in der deutschen Volkswirtschaft oder für den Mittelbau vieler Großkonzerne, in denen sich oftmals eine Art „konzerneigenes Beamtentum“ breit gemacht hat.

Die organisierten Lahmlegerinnen der Berliner Republik

Und was ist mit dem peinlichen, hoffnungslos überforderten politischen Personal der Berliner Republik – wie etwa dem wirren Tausendsassa Annalena Baerbock – und seiner Vorzeige-Kanzlerin. Spätestens seit 2015 versuchen „Mutti“ und ihre inkompetente Entourage in ihrer unnachahmlichen „rationalen“ Art und leider auch noch mit ihrem preußischen Arbeitsverständnis (unendliche Wiedervorlagen-Strategie) mindestens seit 2015 dieses Land jeden Tag von Neuem lahm zu legen. Nimmt daran irgendjemand Anstoß? Warum auch, bislang hat die Wirtschaft den Schaden sehr klein halten können. Und das Lahmlegen haben manche noch gar nicht mitbekommen.

Und die liebste Intima von Mutti „Röschen von den Laien“ hat es immerhin schon geschafft, ohne irgendeine Feindeinwirkung die Bundeswehr nahezu gänzlich lahm zu legen. Das ist in der deutschen Militärgeschichte einmalig und angesichts der Vergangenheit nicht hoch genug einzuschätzen. (Warum das bloß die Amerikaner nicht wertschätzen wollen!) Und jetzt haben beide sogar die Chance, mit ihrer „Philosophie des visionslosen Durchwurschtelns“ auch noch die EU lahm zu legen. Aber dazu wird es u.U. (leider!) doch nicht kommen, weil es in „Europe“ doch erstaunlicher Weise ein paar klügere Köpfe gibt, die das zu verhindern suchen. Ausgang offen. Aber für Deutschland dürfte der „Elan“ des Frauen-Duos durchaus reichen. Denn da wäre ja noch die deutsche Industrie, die sich zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger der intensiven Versuche seitens des Merkelismus, sie nachhaltig lahm zu legen, bislang erfolgreich hat erwehren können. Aber irgendwann ist eben auch für die deutsche Vorzeigeindustrie angesichts der politischen Rahmenbedingungen, die wirtschafts- und sozialpolitischen Nichtskönner*innen setzen, natürlich mal „Ende Gelände“!

Macht dem Land endgültig den Garaus, und legt es nicht nur lahm

Also müsste die Parole lauten: „Macht dem Land endgültig den Garaus und legt es nicht nur lahm!“. Aber was versteht schon ein Joko aus dem „Kulturbetrieb“ der öffentlich-rechtlichen (!) Gebührenerzwingungsmedien von produktiver Arbeit und Volkswirtschaft?! Das kann nun wirklich nicht sein Ding sein, sonst wäre er ja nicht TV-Moderator und politischer Bespassungs-Animateur geworden. Klar, damit hätte er auch gleich grüner Agitprop-Schaffender werden können. Aber noch sieht das für die Karriere im Merkel-Land ja bestens aus, wenn man sich mit dem verfassten Mainstream der voll emotionalen Gesinnungsgeschwister gegen Seriosität, Produktivität und Sachlichkeit entscheidet. Also bleibt dran, ihr Luisas und Jokos!

Und für uns #die wir dabei sind, gilt selbstverständlich:

Heraus zum 20. September!

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*) zum Autor: Prof. i. R. Dr. Hans-Rolf Vetter, lebt z.Zt. in Leonberg (BW), Arbeitsgebiete: Wissenschaftliche Sozialpolitik, Erwerbsbiographien, Mütter und Mediationsverfahren

www.conservo.wordpress.com      14.09.2019
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Allgemein · Conservo · Innenpolitik · Klare Kante

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