Nov 3, 2019
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„Die deutsche Regierung beleidigt die iranischen Juden“

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Deutschland verleugnet den Antisemitismus der Islamischen Republik, den niemand deutlicher zu spüren bekommen hat als die jüdische Gemeinde im Iran.

Angela Merkel und Hassan Rohani (Quelle: president.ir)

„Anfang dieses Monats erklärte die Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, das iranische Regime sei anti-israelisch, aber nicht antisemitisch in seinen Forderungen nach der Zerstörung Israels. Die Absurdität dieser Aussage der deutschen Regierung hat viele Juden weltweit schockiert – für die iranisch-jüdische Gemeinde aber, die den abscheulichen Antisemitismus dieses radikal-islamischen Regimes im Iran in den letzten 40 Jahren aus erster Hand miterlebt hat, ist sie vielleicht die größte Beleidigung.

 Die überwiegende Mehrheit von uns iranischen Juden weiß nur zu gut, dass das Regime in Teheran nicht nur einen tief verwurzelten Hass gegen Juden hegt, sondern auch eine anhaltende Terrorkampagne gegen die iranischen Juden fährt, indem es die Holocaustleugnung fördert und staatlich sanktionierte Diskriminierung von Juden und anderen religiöse Minderheiten betreibt. ebenso hat das Regime seit seiner Machtübernahme im Jahr 1979 willkürliche Hinrichtungen sowie Beschlagnahmungen von jüdischem Vermögen durchgeführt.

 Schande über die deutsche und andere europäische Regierungen, die ihre Auge vor dem tief verwurzelten Antisemitismus des iranischen Regimes verschließen, um ihre eigene wirtschaftlichen Interessen voranzutreiben. Acht Jahrzehnten seit dem Holocaust stellen wir fest, dass sich in Europa nichts geändert hat, und dass die Staats- und Regierungschefs in dieser Hinsicht wieder wegschauen, wenn sie mit Antisemitismus konfrontiert sind.

 Die Liste der antisemitischen Aktionen und Gesetze des iranischen Regimes ist zu umfangreich, um sie aufzulisten. Die erste Aktion des Regimes gegen die iranischen Juden fand bereits im Mai 1979 statt, als der jüdische Führer des Iran Habib Elghanian grundlos hingerichtet wurde. Nach einem 20-minütigen Schauprozess, wurde Elghanian wegen Spionage für Amerika und Israel hingerichtet. Seine Hinrichtung durch das neue Khomeini-Regime sollte den Juden des Landes eine klare Botschaft vermitteln: ‚Ihr seid nicht länger willkommen, frei im Iran zu leben‘.

 In der Tat hat die Hinrichtung von Elghanian dazu geführt, dass eine große Zahl von Juden geflohen ist, die entweder ihren Besitz zurückließ oder ihn zu günstigen Preisen verkaufte. Das islamische Regime im Iran hat nach der Hinrichtung von Elghanian mit seiner Kampagne nicht aufgehört: Von 1979 bis 1999 wurden 20 Juden formell hingerichtet, Tausende von ihnen wurden verhaftet und gefoltert – und in den letzten 40 Jahren wurden Milliarden von Dollar an jüdischem Eigentum, Unternehmen und Vermögen beschlagnahmt. Darüber hinaus ist die einst 80.000-köpfige jüdische Bevölkerung des Iran in diesen vier Jahrzehnten aus dem Land geflohen, sodass nur noch etwa 5.000 bis 8.000 Juden im heutigen Iran leben. (…)

Iranisch-jüdische Aktivisten, die ich in Los Angeles befragt habe, sagten aus, dass der Antisemitismus im Iran heute nicht nur von iranischen ‚Hardlinern‘, sondern auch von anderen, eher ‚gemäßigten‘ Fraktionen des Regimes ausgehen. Lange bevor sich Ahmadinedschad unter den Antisemiten einen Namen machte, hatte das iranische Regime unter dem angeblich ‚gemäßigten‘ Präsidenten Mohammad Khatami damit begonnen, Holocaustleugner zu finanzieren und ihre Materialien im Iran und in der ganzen Welt zu veröffentlichen.

Während der Grünen Revolution im Iran von 2009 bis 2010 führten mehrere ‚gemäßigte‘ iranische Führer öffentliche Medienkampagnen, in denen sie die islamischen Hardliner angriffen, jedoch nicht wegen deren Gräueltaten an der iranischen Bevölkerung oder ihres islamistischen Fanatismus, sondern weil sie angeblich jüdischer Herkunft seien! Jemandem vorzuwerfen, im Iran Jude zu sein, ist gleichbedeutend damit, jemanden in den USA als Kinderschänder oder Pädophilen zu bezeichnen.“ (Karmel Melamed, Times of Israel: „Shame on Merkel for Denying Iranian regime’s anti-Semitism“)

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Artikel · Außenpolitik · Mena Watch

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