Apr 6, 2019
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Die afghanischen Milizionäre des Iran kehren in ihr Land zurück

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Kämpfer der Fatemiyoun-Brigade (Quelle: Wikipedia)

„Der Iran unternahm intensive Bemühungen, Schiiten aus der ganzen Region zu rekrutieren und ein Netzwerk von Milizen zu aufzubauen, die Assad vor dem Aufstand gegen seine Regierung retten sollten. Dazu gehören nicht nur Afghanen, sondern auch Pakistanis, Iraker und Libanesen. Nun, da der achtjährige Krieg in Syrien nahezu vorbei ist, stellt sich die Frage, was Teheran mit diesen gut ausgebildeten und gut bewaffneten Kämpfern tun wird. (…)

Im Jahr 2013 und 2014 verstärkte der Iran seinen Einsatz in Syrien, nachdem Assad den Kampf gegen die Rebellen zu verlieren schien. Teheran sandte daraufhin Hunderte von Soldaten seiner Revolutionsgarde nach Syrien und begann damit, alliierte Milizen in das Land zu bringen. Die bekannteste und mächtigste dieser Truppen ist die Hisbollah aus dem Libanon. Die größte war jedoch die aus Afghanen bestehende Fatemiyoun-Brigade, die nach Schätzungen von Experten zu jeder Zeit durchschnittlich 15.000 Kämpfer umfasste. Im Laufe der Jahre trainierten und kämpften höchstwahrscheinlich mehrere Zehntausend Afghanen in dieser Gruppierung. Die meisten von ihnen gehören der ethnischen Minderheit Hazara an, die zu der ärmsten Population in Afghanistans zählt.

Rund 10.000 Veteranen der Brigade sind nach Afghanistan zurückgekehrt, sagt ein hochrangiger Beamter im afghanischen Innenministerium, der mit den Geheimdiensten der Regierung vertraut ist und anonym bleiben wollte. Die afghanische Regierung, sowie einige Experten glauben, dass der Iran diese ehemaligen Kämpfer erneut mobilisieren könnte, um seinen Einfluss in Afghanistan geltend zu machen, vor allem da die Vereinigten Staaten gerade ihre Bemühungen um die Beendigung ihrer fast 18-jährigen militärischen Intervention weiter vorantreiben. (…)

Der Iran unterstützt bereits jetzt syrische Kriegsveteranen, die in Kabul und in der von Hazara bewohnten Region Bamiyan in Zentralafghanistan leben, sagte der Beamte des Innenministeriums. Er sagte auch, dass die afghanischen Geheimdienste hochrangige iranische Regierungsbeamte identifiziert hätten, die ‚die Aktivitäten‘ der zurückgekehrten Kämpfer ‚steuern‘, Waffen und Geld zur Verfügung stellen und eine Struktur aufbauen, die, falls erforderlich, eine schnelle Reaktivierung der Truppen ermöglichen würde.“ (Bericht auf Zaman al-Wasl: „Afghans recruited by Iran for Syria war return home pariahs“)

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Artikel · Außenpolitik · Mena Watch

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