Jun 22, 2019
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Deutsche Islamverbände solidarisieren sich mit Muslimbruder Mursi

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„Anlässlich des Todes des ehemaligen ägyptischen Präsidenten und Muslimbruders Mohammed Mursi bekunden große Moscheeverbände ihre Solidarität mit der islamistischen Muslimbruderschaft. Wie das ARD-Magazin Kontraste berichtet, sollen an diesem Freitag unter anderem in sämtlichen gut 300 deutschen Moscheen der ‚Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs‘ (IGMG) Gebete für Mursi stattfinden. Der Vorsitzende der Deutschen Muslimischen Gesellschaft (DMG), Khalled Swaid, erklärte, der Verlust von Mursi stehe ‚symbolhaft für die Krise, die das ägyptische Volk unter dem autokratischen Militärregime‘ durchleben müsse. Die DMG, bis vor kurzem ‚Islamische Gemeinschaft in Deutschland‘ IGD genannt, wird von Deutschlands Verfassungsschutzbehörden als wichtigste Organisation von Anhängern der Muslimbrüder in Deutschland angesehen. Sie ist auch Mitglied im Zentralrat der Muslime (ZMD).

Der Präsident des ZMD, Ayman Mazyek, schrieb zu Mursis Tod: ‚Wir gehören zu Allah und zu ihm werden wir zurückkehren. Erster frei gewählter Präsident Ägyptens stirbt im Gefängnis.‘ Auch der Leiter der türkischen Religionsbehörde Diyanet, Ali Erbas, kündigte ein landesweites Gedenken in der Türkei an. Zu Diyanet gehören auch mehr als 900 Moscheen des Moscheeverbandes Ditib in Deutschland. Auf Anfrage von Kontraste, wie Ditib sich verhalte, antwortete der Verband nicht. Die Muslimbruderschaft wird von deutschen Verfassungsschutzbehörden als islamistisch eingestuft. Das Bekenntnis dieser weltweit organisierten Bruderschaft lautet: ‚Allah ist unser Ziel, der Prophet ist unser Führer. Der Koran ist unser Gesetz. Der Dschihad ist unser Weg. Sterben auf dem Weg zu Allah unsere größte Hoffnung.‘ (…)

Tatsächlich praktizieren türkische Moscheeverbände seit Beginn des Jahres eine offene Kooperation mit den Muslimbrüdern. So lud die Ditib zu Jahresbeginn Organisationen, die den Muslimbrüdern nahe stehen, zu einer Konferenz in Köln ein. Ein Ditib-Funktionär war auch bei der von der deutschen Öffentlichkeit weitgehend unbemerkten Gründung des ‚Deutschen Fatwa-Ausschusses‘ in Berlin anwesend – an dem vor allem Persönlichkeiten und Organisationen aus dem Umfeld der Muslimbrüder beteiligt sind. Susanne Schröter [Leiterin des Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam] sieht dahinter die Strategie des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, den politischen Islam unter türkischer Führung und mit den Muslimbrüdern global auszubauen.“ (Sascha Adamek: „Gefährliche Solidarität mit Muslimbrüdern?“)

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Artikel · Außenpolitik · Mena Watch

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