Nov 14, 2019
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Dauerfeuer auf Israel und Deutschland fordert Besonnenheit

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Raketeneinschlag auf einer Autobahn bei Ashdod

Deutschland wäre nicht Deutschland, wenn es im Zuge des Raketenbeschusses nicht auch noch gute Ratschläge an den jüdischen Staat hätte.

In den
vergangenen Tagen durften etwa eine Million Kinder nicht die Schulen besuchen,
Kindergärten waren geschlossen, was bedeutet, dass die Eltern nicht arbeiten konnten,
falls ihre Arbeitsplätze überhaupt erreichbar waren. In den Universitäten rund
um Tel Aviv fiel der Unterricht aus. Viele Busse und Eisenbahnen durften nicht
fahren. Das halbe Land war gelähmt. Niemand fragt, was dieser Arbeitsausfall
kostet.

Hinzu kommen
Kosten für die medizinische Behandlung von Verletzten und die Betreuung von
traumatisierten Familien, die kaum eine Nacht ruhig in ihren Betten verbringen
können. Der israelische „Rote Davidstern“, die wichtigste Rettungsorganisation,
hat an Tagen mit Raketenbeschuss etwa 500 Ambulanzen im Dauereinsatz, während
an „normalen Tagen“ knapp 300 ausreichen.

In ständiger
Verteidigungsbereitschaft

Das Land muss
seit Jahren in ständiger Verteidigungsbereitschaft sein. In jedem Neubau werden
Sicherheitsräume eingebaut – Zimmer ohne Fenster mit dicken Betonmauern, die
als Luftschutzbunker dienen. Polizeiautos sind mit Schutzgittern gegen
Steinwürfe ausgestattet und Busse mit Panzerglas.

Darüber hinaus
müssen Israels Steuerzahler die enormen Militärkosten stemmen. Da geht es nicht
nur um die Entwicklung und Beschaffung der teilweise sehr teuren Waffen wie
Flugzeuge, Panzer, U-Boote und Kriegsschiffe. Auch die 3 Jahre lang
Pflichtdienst leistenden jungen Männer müssen ausbezahlt werden. Selbst die
Frauen beginnen Studium und Arbeit mit 2 Jahren Verspätung. Wenn sie dann auch
noch jedes Jahr für einen Monat zum Reservedienst gerufen werden, zahlt der
Staat die Löhne. Zwar hat sich der Anteil der Militärausgaben am
Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den letzten Jahren deutlich verringert,
liegt aber immer noch bei 4,35 %

Deutschland ist weit davon entfernt, seinen NATO-Verpflichtungen von 2 % des BIP nachzukommen und kommt kaum über 1,2 % hinaus. Und selbst, wenn Deutschland etwa ein Drittel der U-Boot-Kosten Israels übernimmt, so bleibt es doch Israel überlassen, eine Milliarde Euro der Anschaffungskosten selbst zu stemmen- von den Wartungskosten ganz zu schweigen

Israel am Pranger

In vielen
deutschen Leitmedien wird bei der Nahost-Berichterstattung, und besonders beim
Konflikt um den Gaza-Streifen, Israel an den Pranger gestellt. Bei umfassendem
Raketenbeschuss aus Gaza auf Städte und Ortschaften rund um den Küstenstreifen
wird meistens so lange abgewartet, bis Israel reagiert. Dann schlagen die
Medien zu, mit Berichten über israelische Bombardements und palästinensische
Toten.

Erst im weiteren
Verlauf kommt dann die Information, dass es „zuvor“ Raketen auf Israel gegeben
haben. Der Reporter einer Nachrichtenagentur erklärte dazu, dass es üblich sei,
erst die „neuesten“ Ereignisse zu bringen, und danach, was dem vorausgegangen
sei. Mit dieser Methode lässt sich ganz einfach die Abfolge der Ereignisse auf
den Kopf stellen und Israel wird zum Täter.

Noch leichter
schreibt es sich, wenn Israel mal nicht „reagiert“, sondern die Initiative
ergreift. Als jetzt der Befehlshaber des Islamischen Dschihad, Baha Abu al-Atta,
mit einer extrem präzisen Rakete zielgenau in seiner Wohnung getroffen wurde,
machte das die große Schlagzeile. Wie man einen solchen Mann auf anderem Wege
davon abhalten kann, immer wieder Mordanschläge gegen israelische Zivilisten
ausführen zu lassen, darauf weiß die deutsche Presse und Politik keine Antwort.

Gute Ratschläge
aus Deutschland

„Am 12. November 2019 ist es zu einem verstärkten Raketen- und Mörserbeschuss aus dem Gaza-Streifen heraus auf israelisches Staatsgebiet und zu israelischen Gegenangriffen gekommen“, schreibt das deutsche Außenamt in seiner Reisewarnung. Dass zu jedem Raketenbeschuss auch Täter gehören, wird vornehm verschwiegen. Allerdings wäre es nicht Deutschland, wenn man den Israelis nicht noch einen Rat geben würde:

„Besonnenheit und das ernsthafte Bemühen um eine Deeskalation müssen in der aktuell fragilen Lage oberste Priorität haben. Wir rufen dazu auf, größtmögliche Zurückhaltung zu üben und die Gewalt zu beenden.“

Darüber wird sich
bestimmt jede Familie freuen, die in der Nacht wieder mit Kindern und
Großeltern in den Schutzkeller rennen darf.

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Artikel · Außenpolitik · Mena Watch

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