Jul 31, 2019
77 Views
0 0

Das Boris Johnson-Phänomen

Written by

Großbritannien beschloss vor drei Jahren, die EU zu verlassen, zumindest entschied sich eine knappe Mehrheit der Wähler für einen Austritt aus dem Staatenbund. Vollzogen werden konnte der Brexit freilich einstweilen noch nicht, da man sich mit Brüssel nicht über die Bedingungen eines Austritts einigen konnte, oder um es präziser zu formulieren, weil das Parlament nicht bereit war, dem ausgehandelten Abkommen mit der EU zuzustimmen. Zu den leidenschaftlichsten Gegnern des Austrittsabkommens gehörte der konservative Politiker Boris Johnson, der schon die Brexit-Kampagne selber zusammen mit Michael Gove (jetzt zuständig für die Vorbereitung eines no deal-Szenario) und Priti Patel (jetzt Innenministerin) angeführt hatte, wobei die beiden letzteren freilich Überzeugungstäter waren, während bei Johnson wohl eine gehörige Portion Opportunismus ein wichtiges Motiv für seine Haltung war. Wenn er angenommen hatte, durch seine Ablehnung des Abkommens mit Brüssel May zum Rücktritt bewegen zu können, um selber ihre Nachfolge antreten zu können, so ging diese Rechnung jedenfalls auf, denn seit kurzem steht er an der Spitze der britischen Regierung, nachdem die Mitglieder der konservativen Partei – von denen es nach deutschen Maßstäben nicht allzu viele gibt (ca. 160.000) –  ihn zu ihrem Kandidaten für diese Amt gewählt haben.

Der Beitrag Das Boris Johnson-Phänomen erschien zuerst auf Tichys Einblick.

0
Article Tags:
Article Categories:
Klare Kante · rolandtichy.de · Tichys Einblick

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.