Nov 9, 2018
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Danke für die Millionen

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Am Anfang stand ein Plan, aber keine Planung. Als ich Publico vor einem Jahr als Magazin für Politik, Gesellschaft und Zwischenzustände gründete, wollte ich die Vielfalt in Deutschland etwas vergrößern. Ich vermutete damals und vermute noch heute, dass es sich bei der Medienkrise nicht um eine Krise der Nachfrage handelt, sondern um eine des Angebots. Wie sich die Nachfrage bei Publico gestalten würde, darüber machte ich mir wegen fehlender Anhaltspunkte keine Gedanken. Einen Businessplan gab es nicht.

Nach zwölf Monaten lässt sich die Wirkung des neuen Mediums ganz gut vermessen. Publico verzeichnete in seinem ersten Jahr 3,62 Millionen Seitenabrufe von insgesamt 770 000 Nutzern, die 253 Beiträge lesen konnten und 4000 Kommentare hinterließen. Die höchste Tagesreichweite lag bei 62 000 Seitenabrufen. Danke also für die Klickmillionen. Durch ihre Zweitverwertung auf anderen Plattformen erreichen viele Publico-Beiträge eine sechsstellige Zahl von Lesern.

Die meisten Besucher verzeichnete das Magazin durch seine Beiträge zu Chemnitz, hauptsächlich wegen seiner Nachfrage bei der Generalstaatsanwaltschaft Sachsen, die damals bestätigte, keine Anhaltspunkte für eine Hetzjagd in der Stadt zu haben. Damit dementierte die Behörde Angela Merkel und Regierungssprecher Steffen Seibert exklusiv bei Publico.

Wie andere Plattformen– etwa Tichys Einblick und Achgut – verzichtet Publico auf eine Bezahlschranke, und setzt dafür auf permanentes Crowdfunding. Durch die stetigen finanziellen Beiträge vieler Leser ist es möglich, eine Ein-Personen-Redaktion die Honorare der Gastautoren und die technischen Kosten zu finanzieren. Allen zahlenden Lesern deshalb herzlichen Dank.

Ohne die Gastbeiträge von Wolfram Ackner, Matthias Matussek, Paul Möllers, Marisa Kurz, Jörg Friedrich, Mascha Memel und vor allem ohne die wöchentlichen Zeitkommentare Bernd Zellers wäre Publico nicht dieses Medium. Aber die allermeisten Texte stammen nach wie vor von dem Gründer, sie entstehen meist nachts, die Arbeit in der Textmaschine zieht sich manchmal, und dem Gründer bleibt folglich wenig Zeit, über Vor- und Nachteile dieses Abenteuers nachzudenken.

Zu den Vorteilen gehört, dass ich seitdem jede Faltenvertiefung und jede Müdigkeit mit Publico entschuldigen kann, auch dann, wenn sie andere Gründe haben.

Ich kann nicht alle Bedürfnisse befriedigen. Gelegentlich kommen Leserzuschriften des Inhalts, ich würde zwar ganz ordentlich schreiben, aber meine Unterstützung für Israel heiße man nicht gut. Immerhin hat mir noch niemand den umgekehrten Vorwurf gemacht.

Publico wird weiter ein libertäres Magazin bleiben.

Auf ein Neues!

 

 

 

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Klare Kante · Publico

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