Mai 31, 2019
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Christenverfolgung: Irakischer Bischof wirft Kirchenführern Untätigkeit vor

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Bashar Warda (Quelle: Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres, CC BY 2.0, WikiCommons)

„Der Erzbischof von Irbil, der Hauptstadt von Irakisch-Kurdistan, hat die christlichen Führer Großbritanniens beschuldigt, nicht genug für die Verteidigung der schwindenden christlichen Gemeinschaften im Irak zu tun. In einer leidenschaftlichen Ansprache in London sagte Bashar Warda, dass die irakischen Christen nach 1.400 Jahren Verfolgung vom Aussterben bedroht seien. Seit dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein durch die USA im Jahr 2003 sei die christliche Gemeinschaft um 83% von rund 1,5 Millionen auf nur noch 250.000 Christen geschrumpft. ‚Das Christentum im Irak,‘ sagte er, ‚ist eine der ältesten Kirchen, wenn nicht die älteste Kirche der Welt. Sie ist vom Aussterben bedroht. Diejenigen von uns, die bleiben, müssen bereit sein, sich dem Märtyrertod zu stellen.’ Dabei bezog er sich nun auf die aktuelle Bedrohung durch den Islamischen Staat, bei der es sich um einen ‚endgültigen existenziellen Kampf‘ handle, nachdem die Jihadisten in einem ersten Angriff im Jahr 2014 bereits mehr als 125.000 Christen aus ihren historischen Heimatländern vertrieben haben

‚Unsere Peiniger haben unsere Gegenwart in Beschlag genommen,‘ sagte er ‚während sie versuchen, unsere Geschichte auszulöschen und unsere Zukunft zu zerstören. Im Irak gibt es keine Entschädigung für diejenigen, die Immobilien, Häuser und Geschäfte verloren haben. Zehntausende von Christen haben nichts vorzuzeigen, was sie ihr Lebenswerk nennen könnten, keine Früchte der Arbeit von Generationen, an Orten, an denen ihre Familien vielleicht seit Tausenden von Jahren leben.“ (…) Der Erzbischof beschuldigte die christlichen Führer Großbritanniens der ‚politischen Korrektheit‘ in dieser Angelegenheit – er warf den christlichen Führern vor, es versäumt zu haben, den Extremismus als ‚Krebsgeschwür‘ zu verurteilen, und nicht laut genug dagegen vorzugehen, weil sie befürchteten, der Islamfeindlichkeit beschuldigt zu werden. ‚Werden Sie diese nie endenwollende organisierte Verfolgung gegen uns weiterhin billigen?‘, fragte er. ‚Wenn uns die nächste Welle der Gewalt trifft, wird dann irgendjemand auf Ihrem Campus Demonstrationen abhalten und Schilder tragen, auf denen steht: »Wir sind alle Christen«?‘“ (Frank Gardner: „Iraq’s Christians ‚close to extinction‘“)

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Artikel · Außenpolitik · Mena Watch

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