Jan 19, 2019
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Boykottkampagne BDS: Nicht propalästinensisch, sondern antisemitisch

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„Für das Jahr 2018 ist die Bank für Sozialwirtschaft auf Platz sieben [der ‚Liste der zehn weltweit schlimmsten antisemitischen Vorfälle‘ des Simon Wiesenthal Center] gelandet, weil dort eine Organisation ein Konto unterhält, die die gegen Israel gerichtete Boykottkampagne BDS (‚Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen‘) unterstützt. (…) Die betreffende Organisation ist die ‚Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost‘. Dabei handelt es sich um eine sehr kleine Gruppe von Juden, die offen zur Zusammenarbeit mit BDS aufruft. Die Kampagne fordert einen vollständigen Boykott Israels und will das Land damit in der Politik, Wirtschaft, Kultur und Akademie isolieren. Teile der Kampagne sehen das gesamte Staatsgebiet als besetztes Land an und fordern so implizit die Abschaffung Israels.

Die ‚Jüdische Stimme‘ solidarisiert sich explizit mit dem BDS-Gründer Omar Barghouti, der diese Position vertritt. BDS fordert ein ‚Rückkehrrecht‘ für die Kinder, Enkel und Urenkel derjenigen Palästinenser, die nach der arabischen Ablehnung des UN-Teilungsplans und der Staatsgründung Israels Palästina verlassen haben oder von dort vertrieben wurden. Durch die Vererbbarkeit des palästinensischen Flüchtlingsstatus beträfe dies 5,3 Millionen Menschen. Damit würden Juden wieder einmal zur Minderheit gemacht werden. BDS will Israel als jüdischen Staat delegitimieren und muss aus diesen Gründen als antisemitisch bezeichnet werden. Wenn diese Positionen auch von einzelnen Juden vertreten werden, werden sie dadurch nicht weniger problematisch. BDS diffamiert Israel als Apartheidregime und verharmlost damit nicht nur das bis 1994 bestehende rassistische Unrechtssystem in Südafrika, sondern dämonisiert und delegitimiert zudem den demokratischen Rechtsstaat Israel.

Dort haben arabische Israelis, die rund ein Fünftel der Staatsbürger ausmachen, grundsätzlich die gleichen Rechte wie jüdische Israelis. Festgeschrieben ist das bereits in der Unabhängigkeitserklärung aus dem Jahr 1948. Dies bedeutet selbstverständlich nicht, dass es keine gesellschaftliche Diskriminierung gäbe. Doch es ist eine absurde Fantasie, einem Land, in dem jüdische wie arabische Staatsbürger Parlamentsabgeordnete, Verfassungsrichter oder Diplomaten sind, ein Apartheidsystem zu unterstellen. Das tatsächliche Handeln von Juden spielt in der antisemitischen Ideologie nun mal keine Rolle.“ (Frederik Schindler: „Die Delegitimierung Israels“)

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Artikel · Außenpolitik · Mena Watch

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