Okt 11, 2019
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5 vor 10: Geldpolitik, Netzausbau, Eurozone, Globalisierung, China

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In den Linktipps geht es heute um die Geldpolitik der EZB, den Netzausbau in Deutschland und das Budget der Eurozone. Außerdem: Was Klimaaktivisten und Donald Trump gemeinsam haben sowie der Umgang westlicher Konzerne mit Chinas Regierung.


1. Geldpolitik mit unerwünschten Nebenwirkungen
(handelsblatt.com, Jakob Blume und Jan Mallien)
Dass die Europäische Zentralbank weiterhin große Mengen an Anleihen aufkauft, ist umstritten. Kritik kommt nicht nur von Ökonomen, sondern auch aus dem EZB-Rat selbst, wie Sitzungsprotokolle zeigen. „Mario Draghi hat kurz vor dem Ende seiner Amtszeit mit so vielen Abtrünnigen wie lange nicht zu kämpfen“, schreiben Jakob Blume und Jan Mallien. Sie glauben: „Je länger die Notenbank ihre Anleihekäufe aufrechterhält und sogar noch ausweitet, desto größer werden die Risiken für das Finanzsystem.“

2. Warum die Kunden Mitschuld am lahmen Netzausbau haben
(sueddeutsche.de, Benedikt Müller)
Erstmals telefonieren die Deutschen mehr über Anbieter wie Whatsapp und Skype als über das Festnetz. Gleichzeitig steigt auch die Datenmenge, die über Breitbandanschlüsse verschickt wird, rasant an. Doch der Netzausbau hinkt weiterhin hinterher. Eine Studie legt nun nahe, dass dahinter auch das Kundenverhalten stecken könnte. Denn selbst in den Gegenden, in denen ultraschnelle Anschlüsse zur Verfügung stehen, bevorzugen Konsumenten offenbar oft langsamere Varianten – aus Kostengründen.

3. Die EU-Finanzminister einigen sich auf ein Minibudget für die Eurozone
(nzz.ch, Christoph G. Schmutz)
Die Länder der Eurozone bekommen ein eigenes Budget. Mit einem Umfang von 17 Milliarden Euro über sieben Jahre fällt es aber deutlich geringer aus als die hunderte Milliarden, die Frankreichs Präsident Emmanuel Macron vorschwebten, um die Währungsgemeinschaft wettbewerbsfähiger zu machen. Christoph G. Schmutz sieht in der Einigung einen Minimalkompromiss, hinter dem die ungeklärte Frage stehe, wie viel Europa die Mitgliedsstaaten eigentlich wollen.

4. Greta und Donald wollen leider dasselbe
(wiwo.de, Beat Balzli)
Die Luftfahrt gilt als einer der größten Klimasünder. Dass Klimaaktivisten das Fliegen Eindämmen wollen, sieht Beat Balzli als Rückschritt mit Blick auf die Globalisierung. Die Aktivisten würden damit die gleichen Ziele verfolgen wie US-Präsident Donald Trump. „Das spart im Idealfall zwar CO2, aber verlangsamt das Wachstum und spaltet die Weltwirtschaft“, warnt Balzli: „Das globale System wird instabiler, weil die gegenseitige Abhängigkeit sinkt. Das Interesse der Regierungen an friedlichen Konfliktlösungen nimmt ab.“

5. Der gute Tim Cook
(faz.net, Roland Lindner)
Wie sollen westliche Konzernchefs mit politischem Druck aus China umgehen? Der Fall des Elektronikkonzerns Apple ist bei dieser Frage ein interessantes Beispiel. Unternehmenschef Tim Cook lässt seine Werte oft durchblicken, etwa wenn es um die Themen Einwanderung und Klimaschutz geht. Den Demokratieaktivisten aus Hongkong nimmt er nun aber auf Wunsch aus Peking eine wichtige App. Das Verhalten lasse die Gutmensch-Rhetorik reichlich hohl klingen, findet Roland Lindner.

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